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Aktuelle Gesamtausgabe
Amtliche Abkürzung:WRRL-VO LSA
Ausfertigungsdatum:24.08.2005
Gültig ab:30.08.2005
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Sachsen-Anhalt
Fundstelle:GVBl. LSA 2005, 564
Gliederungs-Nr:753.20
Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt
über die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL-VO LSA) 1)
Vom 24. August 2005
Zum 15.11.2019 aktuellste verfügbare Fassung der Gesamtausgabe

Fußnoten

1)
Diese Verordnung dient der Umsetzung der Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik vom 23. Oktober 2000 (ABl. EG Nr. L 327 S. 1), geändert durch Entscheidung Nr. 2455/2001/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. November 2001 zur Festlegung der Liste prioritärer Stoffe im Bereich der Wasserpolitik und zur Änderung der Richtlinie 2000/60/EG (ABl. EG Nr. L 331 S. 1) - Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG -

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Titel

Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt über die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL-VO LSA) vom 24. August 200530.08.2005
Eingangsformel30.08.2005
Inhaltsverzeichnis30.08.2005
Erster Teil - Allgemeine Vorschriften30.08.2005
§ 1 - Zweck der Verordnung30.08.2005
§ 2 - Anwendungsbereich30.08.2005
§ 3 - Begriffsbestimmungen30.08.2005
Zweiter Teil - Oberflächengewässer30.08.2005
§ 4 - Lage, Grenzen und Zuordnung der Oberflächenwasserkörper, typspezifische Referenzbedingungen30.08.2005
§ 5 - Zusammenstellung der Gewässerbelastungen und Beurteilung ihrer Auswirkungen30.08.2005
§ 6 - Anforderungen an die Einstufung des ökologischen Zustands der Oberflächengewässer30.08.2005
§ 7 - Anforderungen an die Einstufung des chemischen Zustands der Oberflächengewässer30.08.2005
§ 8 - Überwachung des ökologischen und chemischen Zustands der Oberflächengewässer, Überwachungsnetz30.08.2005
§ 9 - Einstufung des ökologischen Zustands, des ökologischen Potenzials und des chemischen Zustands der Oberflächengewässer, Darstellung der Überwachungsergebnisse30.08.2005
Dritter Teil - Grundwasser30.08.2005
§ 10 - Beschreibung und Beurteilung der Grundwasserkörper30.08.2005
§ 11 - Einstufung und Überwachung des mengenmäßigen Zustands der Grundwasserkörper30.08.2005
§ 12 - Einstufung und Überwachung des chemischen Zustands der Grundwasserkörper30.08.2005
§ 13 - Darstellung des mengenmäßigen und des chemischen Zustands der Grundwasserkörper30.08.2005
Vierter Teil - Wirtschaftliche Analyse30.08.2005
§ 14 - Wirtschaftliche Analyse der Wassernutzungen30.08.2005
Fünfter Teil - Schlussvorschriften30.08.2005
§ 15 - Zuständigkeit30.08.2005
§ 16 - In-Kraft-Treten30.08.2005
Anlage 1 - Oberflächengewässer: Lage, Grenzen und Zuordnung der Oberflächenwasserkörper, typspeziflsche Referenzbedingungen30.08.2005
Anlage 2 - Oberflächengewässer: Zusammenstellung der Gewässerbelastungen und Beurteilung der Auswirkungen30.08.2005
Anlage 3 - Oberflächengewässer: Qualitätskomponenten zur Einstufung des ökologischen Zustands30.08.2005
Anlage 4 - Oberflächengewässer: Anforderungen an die Einstufung des ökologischen Zustands30.08.2005
Anlage 5 - Oberflächengewässer: Umweltqualitätsnormen für die Einstufung des chemischen Zustands30.08.2005
Anlage 6 - Oberflächengewässer: Überwachung des ökologischen und chemischen Zustands, Überwachungsnetz30.08.2005
Anlage 7 - Oberflächengewässer: Einstufung des ökologischen und chemischen Zustands, Darstellung der Überwachungsergebnisse30.08.2005
Anlage 8 - Grundwasser: Beschreibung und Prüfung der Einwirkungen auf das Grundwasser30.08.2005
Anlage 9 - Grundwasser: Einstufung des mengenmäßigen Zustands30.08.2005
Anlage 10 - Grundwasser: Einstufung des chemischen Zustands30.08.2005
Anlage 11 - Grundwasser: Überwachung des mengenmäßigen Zustands30.08.2005
Anlage 12 - Grundwasser: Überwachung des chemischen Zustands und der Schadstofftrends30.08.2005
Anlage 13 - Grundwasser: Darstellung des mengenmäßigen und chemischen Zustands30.08.2005

Aufgrund des § 67 Nrn. 1 bis 6 und 8 und des § 172 Abs. 1 Satz 2 des Wassergesetzes für das Land Sachsen-Anhalt in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. April 1998 (GVBl. LSA S. 186) , zuletzt geändert durch Gesetz vom 15. April 2005 (GVBl. LSA S. 208) , in Verbindung mit Abschnitt II Nr. 8 des Beschlusses der Landesregierung über den Aufbau der Landesregierung Sachsen-Anhalt und die Abgrenzung der Geschäftsbereiche vom 9./23. Juli 2002 (MBl. LSA S. 779), zuletzt geändert durch Beschluss vom 25. Januar 2005 (MBl. LSA S. 31), wird verordnet:

Inhaltsübersicht
Erster Teil
Allgemeine Vorschriften
§ 1 Zweck der Verordnung
§ 2 Anwendungsbereich
§ 3 Begriffsbestimmungen
Zweiter Teil
Oberflächengewässer
§ 4 Lage, Grenzen und Zuordnung der Oberflächenwasserkörper, typspezifische Referenzbedingungen
§ 5 Zusammenstellung der Gewässerbelastungen und Beurteilung ihrer Auswirkungen
§ 6 Anforderungen an die Einstufung des ökologischen Zustands der Oberflächengewässer
§ 7 Anforderungen an die Einstufung des chemischen Zustands der Oberflächengewässer
§ 8 Überwachung des ökologischen und chemischen Zustands der Oberflächengewässer, Überwachungsnetz
§ 9 Einstufung des ökologischen und chemischen Zustands der Oberflächengewässer, Darstellung der Überwachungsergebnisse
Dritter Teil
Grundwasser
§ 10 Beschreibung und Beurteilung der Grundwasserkörper
§ 11 Einstufung und Überwachung des mengenmäßigen Zustands der Grundwasserkörper
§ 12 Einstufung und Überwachung des chemischen Zustands der Grundwasserkörper
§ 13 Darstellung des mengenmäßigen und des chemischen Zustands der Grundwasserkörper
Vierter Teil
Wirtschaftliche Analyse
§ 14 Wirtschaftliche Analyse der Wassernutzung
Fünfter Teil
Schlussvorschriften
§ 15 Zuständigkeit
§ 16 In-Kraft-Treten
Anlage 1 Oberflächengewässer: Lage, Grenzen und Zuordnung der Oberflächenwasserkörper, typspezifische Referenzbedingungen
Anlage 2 Oberflächengewässer: Zusammenstellung der Gewässerbelastungen und Beurteilung der Auswirkungen
Anlage 3 Oberflächengewässer: Qualitätskomponenten zur Einstufung des ökologischen Zustands
Anlage 4 Oberflächengewässer: Anforderungen an die Einstufung des ökologischen Zustands
Anlage 5 Oberflächengewässer: Umweltqualitätsnormen für die Einstufung des chemischen Zustands
Anlage 6 Oberflächengewässer: Überwachung des ökologischen und chemischen Zustands, Überwachungsnetz
Anlage 7 Oberflächengewässer: Einstufung des ökologischen und chemischen Zustands, Darstellung der Überwachungsergebnisse
Anlage 8 Grundwasser: Beschreibung und Prüfung der Einwirkungen auf das Grundwasser
Anlage 9 Grundwasser: Einstufung des mengenmäßigen Zustands
Anlage 10 Grundwasser: Einstufung des chemischen Zustands
Anlage 11 Grundwasser: Überwachung des mengenmäßigen Zustands
Anlage 12 Grundwasser: Überwachung des chemischen Zustands und der Schadstofftrends
Anlage 13 Grundwasser: Darstellung des mengenmäßigen und chemischen Zustands

Erster Teil
Allgemeine Vorschriften

§ 1
Zweck der Verordnung

Diese Verordnung dient der Umsetzung der Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik vom 23. Oktober 2000 (ABl. EG Nr. L 327 S. 1), geändert durch Entscheidung Nr. 2455/2001/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. November 2001 zur Festlegung der Liste prioritärer Stoffe im Bereich der Wasserpolitik und zur Änderung der Richtlinie 2000/60/EG (ABl. EG Nr. L 331 S. 1) - Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG -.

§ 2
Anwendungsbereich

Diese Verordnung gilt für

1.

die Beschreibung, Kategorisierung und Typisierung von Gewässern, die Festlegung der typspezifischen Referenzbedingungen,

2.

die Zusammenstellung und Beurteilung der Belastungen und Auswirkungen auf die Gewässer,

3.

die Bestimmung der Bewirtschaftungsziele (Umweltziele) nach § 254 und § 33a Abs. 4 des Wasserhaushaltsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. August 2002 (BGBl. I 3245, zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 25. Juni 2005 (BGBl. I S. 1746), in der jeweils geltenden Fassung für Oberflächenwasserkörper und Gründwasserkörper,

4.

die Überwachung des Zustands der Gewässer sowie

5.

die Einstufung und Darstellung des Zustands der Gewässer.


§ 3
Begriffsbestimmungen

(1) Im Sinne dieser Verordnung ist

1.

Oberflächengewässer:

ein oberirdisches Gewässer nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes ;

2.

Oberflächenwasserkörper:

ein einheitlicher und bedeutender Abschnitt eines Oberflächengewässers, wie ein See, ein Speicherbecken, ein Fluss, ein sonstiges Fließgewässer oder ein Kanal, ein Teil eines Flusses, eines sonstigen Fließgewässers oder Kanals;

3.

Grundwasserkörper:

ein abgegrenztes Grundwasservolumen innerhalb eines oder mehrerer Grundwasserleiter;

4.

Unmittelbare Einleitung in das Grundwasser:

Einleitung von Schadstoffen in das Grundwasser ohne Versickern durch den Boden oder den Untergrund;

5.

Umweltqualitätsnorm:

die Konzentration eines bestimmten Schadstoffs oder einer bestimmten Schadstoffgruppe, die in Wässer, Sedimenten oder Biota aus Gründen des Gesundheits- und Umweltschutzes nicht überschritten werden darf;

6.

Verschmutzung:

die durch menschliche Tätigkeiten direkt oder indirekt bewirkte Freisetzung von Stoffen oder Wärme in Luft, Wasser oder Boden, die der menschlichen Gesundheit oder der Qualität der aquatischen Ökosysteme oder der direkt von ihnen abhängenden Landökosysteme schaden können, zu einer Schädigung von Sachwerten führen oder eine Beeinträchtigung oder Störung des Erholungswertes und anderer legitimer Nutzungen der Umwelt mit sich bringen.

(2) Die Bewirtschaftungsziele nach dem Wasserhaushaltsgesetz entsprechen den Umweltzielen nach Artikel 4 der Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG .

Zweiter Teil
Oberflächengewässer

§ 4
Lage, Grenzen und Zuordnung der Oberflächenwasserkörper, typspezifische Referenzbedingungen

(1) Die Oberflächenwasserkörper innerhalb einer Flussgebietseinheit sind nach Maßgabe der Anlage 1 Nr. 1 in die Kategorien Flüsse und Seen eingeteilt. Ihre Lage und Grenzen sind festzulegen. Die Oberflächenwasserkörper sind nach den Absätzen 2 und 3 erstmalig zu beschreiben. Oberflächenwasserkörper können zum Zweck dieser erstmaligen Beschreibung in Gruppen zusammengefasst werden.

(2) Die Oberflächenwasserkörper in jeder Kategorie sind nach Typen zu unterscheiden. Die Gewässertypen ergeben sich aus Anlage 1 Nr. 2 .

(3) Die Oberflächenwasserkörper, die für eine Einstufung als künstlich oder erheblich verändert in Betracht kommen, sind zu kennzeichnen. Sie sind den Typen der Gewässerkategorie zuzuordnen, der sie am ähnlichsten sind.

(4) Für jeden Gewässertyp sind typspezifische Referenzbedingungen nach Anlage 1 Nrn. 3.1, 3.3 bis 3.6 festzulegen, die dem sehr guten ökologischen Zustand entsprechen. Das höchste ökologische Potenzial nach Anlage 1 Nr. 3.2 ist im Einzelfall aus den Referenzbedingungen des Gewässertyps abzuleiten, dem der künstliche oder erheblich veränderte Oberflächenwasserkörper am ähnlichsten ist.

(5) Die Bestimmung der Bewirtschaftungsziele (Umweltziele) erfolgt nach § 25d des Wasserhaushaltsgesetzes in Verbindung mit Artikel 4 der Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG . Die Bewirtschaftungsziele und die Gründe für die Bestimmung sind in dem bis zum 22. Dezember 2009 zu veröffentlichen Bewirtschaftungsplan nach § 183 des Wassergesetzes für das Land Sachsen-Anhalt in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. April 1998 (GVBl. LSA S. 186) , zuletzt geändert durch Gesetz vom 15. April 2005 (GVBl. LSA S. 208) , in der jeweils geltenden Fassung darzulegen und danach alle sechs Jahre zu überprüfen.

(6) Die Anforderungen nach Absatz 1 bis 4 sind nach der ersten Beschreibung, die bis zum 22. Dezember 2004 erfolgte, bis zum 22. Dezember 2013 und danach alle sechs Jahre zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren.

§ 5
Zusammenstellung der Gewässerbelastungen und Beurteilung ihrer Auswirkungen

(1) Daten über Art und Ausmaß der signifikanten anthropogenen Belastungen der Oberflächenwasserkörper sind nach der Anlage 2 zusammenzustellen und aufzubewahren.

(2) Aufgrund der Zusammenstellung nach Absatz 1 ist zu beurteilen, wie empfindlich der Zustand von Oberflächenwasserkörpern auf die Belastungen reagiert. Nach der Anlage 2 sind die Oberflächenwasserkörper zu ermitteln und, soweit erforderlich, zusätzlich zu beschreiben, bei denen das Risiko besteht, dass sie die für die Gewässer festgelegten Bewirtschaftungsziele nach den §§ 25 a oder 25 b des Wasserhaushaltsgesetzes nicht erfüllen (Zielerreichung unklar oder unwahrscheinlich).

(3) Die Anforderungen nach Absatz 1 und 2 sind nach der ersten Beschreibung, die bis zum 22. Dezember 2004 erfolgte, bis zum 22. Dezember 2013 und danach alle sechs Jahre zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren.

§ 6
Anforderungen an die Einstufung des ökologischen Zustands der Oberflächengewässer

(1) Die Ermittlung des ökologischen Zustands des jeweiligen Oberflächenwasserkörpers richtet sich nach den in der Anlage 3 aufgeführten Qualitätskomponenten. Der ökologische Zustand der Oberflächengewässer ist nach den Bestimmungen in Anlage 4 Tabellen 1 bis in die Klassen sehr gut, gut, mäßig, unbefriedigend oder schlecht einzustufen.

(2) Bei künstlichen oder erheblich veränderten Gewässern ist an Stelle des ökologischen Zustandes das ökologische Potenzial nach Anlage 4 Tabelle 4 in die Klassen gut und besser, mäßig, unbefriedigend oder schlecht einzustufen.

§ 7
Anforderungen an die Einstufung des chemischen Zustands der Oberflächengewässer

Der chemische Zustand der Oberflächenwasserkörper ist als gut einzustufen, wenn die Oberflächenwasserkörper alle in Anlage 5 aufgeführten Umweltqualitätsnormen erfüllen. Ist das nicht der Fall, ist der chemische Zustand als nicht gut einzustufen.

§ 8
Überwachung des ökologischen und chemischen Zustands der Oberflächengewässer, Überwachungsnetz

(1) Auf der Grundlage der Zuordnung der Oberflächenwasserkörper zu den Gewässertypen nach § 4 Abs. 2 sowie der Zusammenstellung der Gewässerbelastungen und der Beurteilung ihrer Auswirkungen nach § 5 sind Programme zur Überwachung des ökologischen und chemischen Zustands der Oberflächengewässer des Landes für jedes Einzugsgebiet aufzustellen, damit ein zusammenhängender und umfassender Überblick über ihren Zustand gewonnen wird. In jeder Flussgebietseinheit ist ein Programm für die überblicksweise Überwachung zu erstellen. Für Oberflächenwasserkörper nach § 5 Abs. 2 Satz 2 , ist, soweit auf der Grundlage der Analyse der Eigenschaften und der Zusammenstellung und Beurteilung der Belastungen nach den §§ 4 und 5 erforderlich, ein Programm für die operative Überwachung zu erstellen, um den Zustand dieser Oberflächenwasserkörper und die Gefahr des Nichterreichens der Bewirtschaftungsziele genauer zu ermitteln und um die nach § 36 des Wasserhaushaltsgesetzes erforderlichen Maßnahmen festzulegen. Anstelle der operativen Überwachung sind Überwachungsprogramme zu Ermittlungszwecken zu erstellen, wenn die Gründe für das Nichterreichen der Bewirtschaftungsziele oder die Überschreitung von Umweltqualitätsnormen unbekannt sind oder ein Oberflächenwasserkörper unbeabsichtigt verschmutzt wurde.

(2) Die Anforderungen an die Überwachungsprogramme nach Absatz 1 sind in Anlage 6 näher bestimmt. Das Netz zur Überwachung des ökologischen und chemischen Zustands ist im Rahmen des Bewirtschaftungsplans in Karten darzustellen.

(3) Die nach Absätzen 1 und 2 zu erstellenden Überwachungsprogramme müssen bis zum 22. Dezember 2006 anwendungsbereit sein.

§ 9
Einstufung des ökologischen Zustands, des ökologischen Potenzials
und des chemischen Zustands der Oberflächengewässer, Darstellung der Überwachungsergebnisse

(1) Die Einstufung des ökologischen Zustands und des ökologischen Potenzials der Oberflächenwasserkörper erfolgt nach Anlage 7 Nr. 1. Die Einstufung des chemischen Zustands der Oberflächenwasserkörper erfolgt nach Anlage 7 Nr. 2 .

(2) Für die Oberflächengewässer des Landes sind für jede Flussgebietseinheit die Einstufung des ökologischen Zustands oder des ökologischen Potenzials sowie des chemischen Zustands der Oberflächenwasserkörper in getrennten Karten darzustellen. Die Anforderungen im Einzelnen sind in Anlage 7 näher bestimmt.

Dritter Teil
Grundwasser

§ 10
Beschreibung und Beurteilung der Grundwasserkörper

(1) Grundwasserkörper sind nach Anlage 8 Nr. 1 erstmalig zu beschreiben. Aufgrund dieser Beschreibung ist zu beurteilen, inwieweit diese Grundwasserkörper genutzt werden und wie hoch das Risiko ist, dass sie die für sie festgelegten Bewirtschaftungsziele nach § 33 a des Wasserhaushaltsgesetzes nicht erfüllen (Zielerreichung unklar oder unwahrscheinlich). Grundwasserkörper können zum Zweck dieser erstmaligen Beschreibung in Gruppen zusammengefasst werden.

(2) Im Anschluss an die erstmalige Beschreibung nach Absatz 1 ist nach Anlage 8 Nr. 2 für Grundwasserkörper oder Gruppen von Grundwasserkörpern nach Absatz 1 Satz 2 eine weitergehende Beschreibung vorzunehmen, um das Ausmaß des Risikos, dass sie die Bewirtschaftungsziele nicht erreichen, genauer zu beurteilen und um zu ermitteln, welche Maßnahmen in das Maßnahmenprogramm nach § 36 des Wasserhaushaltsgesetzes aufzunehmen sind.

(3) Bei Grundwasserkörpern nach Absatz 1 Satz 2 sind nach Anlage 8 Nr. 3 für jeden Grundwasserkörper die Informationen über die Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten zu erheben und aufzubewahren, die für die Beurteilung des Grundwasserkörpers relevant sind.

(4) Es sind die Grundwasserkörper zu ermitteln, für die nach § 33 a Abs. 4 in Verbindungmit § 25 d Abs. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes weniger strenge Ziele festzulegen sind; § 4 Abs. 5 Satz 2 gilt entsprechend. Dazu zählt auch die Prüfung der Auswirkungen des mengenmäßigen Zustands des Grundwasserkörpers auf

1.

Oberflächengewässer und mit ihnen in Verbindung stehende Landökosysteme,

2.

die Wasserregulierung, den Hochwasserschutz und die Trockenlegung von Land,

3.

die menschliche Entwicklung.

(5) Es sind die Grundwasserkörper zu bestimmen, für die weniger strenge Zielsetzungen nach § 33a Abs. 4 in Verbindung mit § 25 d Abs. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes festzulegen sind, wenn der Grundwasserkörper infolge der Auswirkungen menschlicher Tätigkeit so verschmutzt ist, dass ein guter chemischer Zustand des Grundwassers nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand zu erreichen wäre; § 4 Absatz 5 Satz 2 gilt entsprechend.

(6) Die Anforderungen nach den Absätzen 1 bis 3 sind nach der ersten Beschreibung, die bis zum 22. Dezember 2004 erfolgte, bis zum 22. Dezember 2013 und danach alle sechs Jahre zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren.

§ 11
Einstufung und Überwachung des mengenmäßigen Zustands der Grundwasserkörper

(1) Der mengenmäßige Zustand der Grundwasserkörper ist nach Anlage 9 als gut oder schlecht einzustufen.

(2) Nach Anlage 11 sind für die Grundwasserkörper in den Einzugsgebieten Messnetze zur mengenmäßigen Überwachung zu errichten. Sie müssen bis zum 22. Dezember 2006 anwendungsbereit sein.

§ 12
Einstufung und Überwachung des chemischen Zustands der Grundwasserkörper

(1) Der chemische Zustand der Grundwasserkörper ist nach Anlage 10 als gut oder schlecht einzustufen.

(2) Auf der Grundlage der Beschreibung und der Beurteilung der Auswirkungen nach § 10 Abs. 1 bis 3 ist für die Geltungsdauer des Bewirtschaftungsplans nach Anlage 12 Nr. 2 ein Programm für die überblicksweise Überwachung des Grundwassers im Land für jedes Einzugsgebiet aufzustellen. Aufgrund der Beurteilung der Einwirkungen auf die Grundwasserkörper nach § 10 und Anlage 8 oder der Ergebnisse der überblicksweisen Überwachung ist für Grundwasserkörper nach § 10 Abs. 1 Satz 2 nach Anlage 12 Nr. 3 zusätzlich zwischen den Programmen für die überblicksweise Überwachung eine operative Überwachung durchzuführen. Die Überwachungsprogramme müssen bis zum 22. Dezember 2006 anwendungsbereit sein.

(3) Auf der Grundlage der überblicksweisen und der operativen Überwachung nach Absatz 2 sind nach Anlage 12 Nr. 4 signifikante anhaltende, anthropogen bedingte Trends der Zunahme von Schadstoffkonzentrationen und die Umkehr dieser Trends zu ermitteln.

§ 13
Darstellung des mengenmäßigen und des chemischen Zustands der Grundwasserkörper

Der mengenmäßige und der chemische Zustand aller im Land liegenden Grundwasserkörper sowie die nach § 12 Abs. 3 ermittelten Trends sind nach Anlage 13 in Karten darzustellen.

Vierter Teil
Wirtschaftliche Analyse

§ 14
Wirtschaftliche Analyse der Wassernutzungen

(1) Für die Gewässer ist eine wirtschaftliche Analyse der Wassernutzungen, die signifikante Auswirkungen auf den Zustand der Gewässer haben, durchzuführen.

(2) Die wirtschaftliche Analyse muss genügend Informationen in ausreichender Detailliertheit enthalten, damit

1.

Berechnungen durchgeführt werden können, um dem Grundsatz der Deckung der Kosten der Wasserdienstleistungen gemäß Artikel 9 der Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG unter Berücksichtigung der langfristigen Voraussagen für das Angebot und die Nachfrage von Wasser in der Flussgebietseinheit Rechnung zu tragen, und

2.

die in Bezug auf die Wassernutzung kosteneffizientesten Maßnahmenkombinationen für das Maßnahmenprogramm beurteilt werden können.

Bei unverhältnismäßigem Aufwand, insbesondere unter Berücksichtigung der Kosten für die Erhebung der betreffenden Daten, können dabei auch Schätzungen der Menge, der Preise und der Kosten im Zusammenhang mit den Wasserdienstleistungen, Schätzungen der einschlägigen Investitionen einschließlich der entsprechenden Vorausplanungen sowie Schätzungen der potentiellen Kosten der Maßnahmen für das Maßnahmenprogramm zugrunde gelegt werden.

(3) Die Anforderungen nach Absatz 1 sind nach der ersten Beschreibung, die bis zum 22. Dezember 2004 erfolgte, bis zum 22. Dezember 2013 und danach alle sechs Jahre zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren.

Fünfter Teil
Schlussvorschriften

§ 15
Zuständigkeit

Die Wahrnehmung der Aufgaben nach dieser Verordnung obliegt dem gewässerkundlichen Landesdienst und dem Landesverwaltungsamt, soweit nicht durch Gesetz oder durch die oberste Wasserbehörde etwas anderes bestimmt ist.

§ 16
In-Kraft-Treten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Magdeburg, den 24. August 2005.

Die Ministerin
für Landwirtschaft und Umwelt
des Landes Sachsen-Anhalt

Wernicke

Anlage 1

(zu § 4 )

Oberflächengewässer: Lage, Grenzen und Zuordnung der Oberflächenwasserkörper, typspeziflsche Referenzbedingungen

1.

Kategorien von Oberflächengewässern

Die Oberflächengewässer sind in folgende Kategorien eingeteilt:

1.1

Flüsse

1.2

Seen.

Die Lage und die Grenzen der Oberflächenwasserkörper sind zu ermitteln.

2.

Gewässertypen

2.1

Fließgewässertypen (mit einem Einzugsgebiet von 10 km 2 und größer)

Die nachfolgenden Größenangaben werden als Größen der Einzugsgebiete angegeben. Da sich die biologische Ausprägung der Flüsse im Längsverlauf in den jeweiligen Ökoregionen nicht in gleicher Weise mit der Änderung der Größenklasse des Einzugsgebiets ändert, haben die Angaben einen orientierenden Charakter:

klein

(10 bis etwa 100 km 2 )

mittelgroß

(etwa größer als 100 bis 1000 km 2 )

groß

(etwa größer als 1000 bis 10000 km 2 )

sehr groß

(etwa größer als 10000 km 2 )

Ökoregion 9: Mittelgebirge, Höhe etwa 200 bis 800 m

Typ 5:

Silikatische Mittelgebirgsbäche (s)

Typ 5.1:

Feinmaterialreiche, silikatische Mittelgebirgsbäche (s)

Typ 6:

Feinmaterialreiche, karbonatische Mittelgebirgsbäche (k)

Typ 7:

Karbonatische Mittelgebirgsbäche (k)

Typ 9:

Silikatische Mittelgebirgsflüsse (s)

Typ 9.1:

Karbonatische Mittelgebirgsflüsse (k)

Typ 9.2:

Große Flüsse des Mittelgebirges (k)

Ökoregionen 13 und 14: Norddeutsches Tiefland, Höhe kleiner als 200 m

Typ 14:

Sandgeprägte Tieflandbäche (s, k)

Typ 15:

Sand- und lehmgeprägte Tieflandflüsse (k)

Typ 16:

Kiesgeprägte Tieflandbäche (s, k)

Typ 17:

Kiesgeprägte Tieflandflüsse (k)

Typ 18:

Löss-lehmgeprägte Tieflandbäche (k)

Typ 20:

Sandgeprägte Ströme des Tieflandes (k)

Ökoregion-unabhängige Typen

Typ 19:

Kleine Niederungsfließgewässer in Fluss und Stromtälern (k)

Erläuterungen:

k = karbonatisch geprägt

s = silikatisch geprägt

2.2

Seentypen (mit einer Oberfläche von 0,5 km 2 und größer)

Ökoregion 9: Mittelgebirge, Höhe etwa 200 bis 800 m

Nr. 6:

kalkreicher, ungeschichteter Mittelgebirgssee mit relativ großem Einzugsgebiet

Nr. 8:

kalkarmer, geschichteter Mittelgebirgssee mit relativ großem Einzugsgebiet

Ökoregion 14: Norddeutsches Flachland, Höhe kleiner als 200 m

Nr. 10:

kalkreicher, geschichteter Flachlandsee mit relativ großem Einzugsgebiet

Nr. 11:

kalkreicher, ungeschichteter Flachlandsee mit relativ großem Einzugsgebiet und einer Verweilzeit größer als 30 Tage

Nr. 12:

kalkreicher, ungeschichteter Flachlandsee mit relativ großem Einzugsgebiet und einer Verweilzeit kleiner als 30 Tage

Nr. 13:

kalkreicher, geschichteter Flachlandsee mit relativ kleinem Einzugsgebiet

Nr. 14:

kalkreicher, ungeschichteter Flachlandsee mit relativ kleinem Einzugsgebiet

Erläuterungen:

kalkreiche Seen: Ca 2+ entspricht oder größer als 15 mg/l

kalkarme Seen: Ca 2+ kleiner als 15 mg/l

relativ großes Einzugsgebiet: Verhältnis der Fläche des oberirdischen Einzugsgebietes (mit Seefläche) zum Seevolumen (Volumenquotient) größer als 1,5 m 2 /m 3

relativ kleines Einzugsgebiet: Volumenquotient entspricht oder kleiner als 1,5 m 2 /m 3

Es wird empfohlen, einen See als geschichtet einzuordnen, wenn die thermische Schichtung an der tiefsten Stelle des Sees über mindestens drei Monate stabil bleibt.

3.

Festlegung von Referenzbedingungen für Typen von Oberflächenwasserkörpern

3.1

Für jeden Typ von Oberflächenwasserkörpern nach Nummer 2 sind typspezifische hydromorphologische und physikalisch-chemische Bedingungen festzulegen, die denjenigen hydromorphologischen und physikalisch-chemischen Komponenten entsprechen, die in Anlage 3 Nr. 2 und 3 für diesen Typ von Oberflächenwasserkörper für den sehr guten ökologischen Zustand gemäß der entsprechenden Tabelle in Anlage 4 Nr. 1 angegeben sind. Außerdem sind typspezifische biologische Referenzbedingungen festzulegen, die die biologischen Qualitätskomponenten abbilden, die in Anlage 3 Nr. 1 für diesen Typ vom Oberflächenwasserkörper bei sehr gutem ökologischen Zustand gemäß der entsprechenden Tabelle in Anlage 4 Nr. 1 angegeben sind.

3.2

Bei Anwendung der in diesem Abschnitt beschriebenen Verfahren auf erheblich veränderte oder künstliche Oberflächenwasserkörper sind Bezugnahmen auf den sehr guten ökologischen Zustand als Bezugnahmen auf das höchste ökologische Potenzial gemäß Anlage 4 Nr. 1 Tabelle 4 zu verstehen. Die Werte für das höchste ökologische Potenzial eines Oberflächenwasserkörpers sind alle sechs Jahre zu überprüfen.

3.3

Die typspezifischen Bedingungen für die Zwecke der Nummern 3.1 und 3.2 und die typspezifischen biologischen Referenzbedingungen können entweder raumbezogen oder modellbasiert sein oder sie können durch Kombination dieser Verfahren abgeleitet werden. Ist die Anwendung dieser Verfahren nicht möglich, können Sachverständige zu Rate gezogen werden, um diese Bedingungen festzulegen. Bei der Definition des sehr guten ökologischen Zustands im Hinblick auf die Konzentration bestimmter synthetischer Schadstoffe gelten als Nachweisgrenze die Werte, die mit den Techniken ermittelt werden können, die zum Zeitpunkt der Festlegung der typspezifischen Bedingungen verfügbar sind.

3.4

Für raumbezogene typspezifische biologische Referenzbedingungen ist ein Bezugsnetz für jede Art von Oberflächenwasserkörper zu entwickeln. Das Netz muss eine ausreichende Anzahl von Stellen mit sehr gutem Zustand umfassen, damit angesichts der Veränderlichkeit der Werte der Qualitätskomponenten, die einem sehr guten ökologischen Zustand des betreffenden Oberflächenwasserkörpers entsprechen, und angesichts der nach Nummer 3.5 anzuwendenden Modellierungstechniken ein ausreichender Grad an Zuverlässigkeit der Werte für die Referenzbedingungen gegeben ist.

3.5

Modellbasierte typspezifische biologische Referenzbedingungen können entweder aus Vorhersagemodellen oder durch Rückberechnungsverfahren abgeleitet werden. Für die Verfahren sind historische, paläologische und andere verfügbare Daten zu verwenden und es muss ein ausreichender Grad an Zuverlässigkeit der Werte für die Referenzbedingungen gegeben sein, damit sichergestellt ist, dass die auf diese Weise abgeleiteten Bedingungen für jede Art von Oberflächenwasserkörper zutreffend und stichhaltig sind.

3.6

Ist es aufgrund eines hohen Maßes an natürlicher Veränderlichkeit einer Qualitätskomponente - also nicht etwa aufgrund saisonaler Veränderungen - nicht möglich, zuverlässige typspezifische Referenzbedingungen für diese Komponente eines Oberflächenwasserkörpers festzulegen, kann diese Komponente von der Beurteilung des ökologischen Zustands dieses Typs von Oberflächengewässer ausgeklammert werden. In diesem Fall sind im Bewirtschaftungsplan für die Einzugsgebiete die Gründe für die Ausklammerung anzugeben.


Anlage 2

(zu § 5 )

Oberflächengewässer: Zusammenstellung der Gewässerbelastungen und Beurteilung der Auswirkungen

1.

Umfang

Die Zusammenstellung von Daten über die Art und das Ausmaß der signifikanten anthropogenen Belastungen der Oberflächenwasserkörper umfasst insbesondere folgende Bereiche:

1.1

Signifikante Punktquellen und diffuse Quellen

Einschätzung und Zusammenstellung der von kommunalen, industriellen, landwirtschaftlichen und anderen Anlagen und Tätigkeiten ausgehenden signifikanten Verschmutzungen durch Punktquellen oder durch diffuse Quellen, vor allem in Bezug auf folgende Stoffe:

a)

Organohalogene Verbindungen und Stoffe, die im Wasser derartige Verbindungen bilden können,

b)

Organische Phosphorverbindungen,

c)

Organische Zinnverbindungen,

d)

Stoffe und Zubereitungen oder deren Abbauprodukte, deren karzinogene oder mutagene Eigenschaften oder steroidogene, thyreoide, reproduktive oder andere Funktionen des endokrinen Systems beeinträchtigenden Eigenschaften im oder durch das Wasser erwiesen sind,

e)

Persistente Kohlenwasserstoffe sowie persistente und bioakkumulierende organische toxische Stoffe,

f)

Zyanide,

g)

Metalle und Metallverbindungen,

h)

Arsen und Arsenverbindungen,

i)

Biozide und Pflanzenschutzmittel,

j)

Schwebstoffe,

k)

Stoffe, die zur Eutrophierung beitragen, insbesondere Nitrate und Phosphate und

l)

Stoffe mit nachhaltigem Einfluss auf die Sauerstoffbilanz, die anhand von Parametern wie zum Beispiel biologischer Sauerstoffbedarf (BSB), chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) gemessen werden können.

Dabei sind Erkenntnisse, die aufgrund bereits bestehender gemeinschaftsrechtlicher Vorschriften gesammelt wurden, zu verwenden.

1.2

Einschätzung und Zusammenstellung signifikanter Wasserentnahmen für kommunale, industrielle, landwirtschaftliche und andere Zwecke einschließlich saisonaler Schwankungen und des jährlichen Gesamtbedarfs sowie der Wasserverluste in Versorgungssystemen,

1.3

Einschätzung und Zusammenstellung signifikanter Abflussregulierungen, einschließlich der Wasserüber- und -umleitungen, im Hinblick auf die Fließeigenschaften und die Wasserbilanzen,

1.4

Zusammenstellung signifikanter morphologischer Veränderungen,

1.5

Einschätzung und Zusammenstellung anderer signifikanter anthropogener Belastungen der Gewässer und

1.6

Einschätzung von Bodennutzungsstrukturen einschließlich der größten städtischen, industriellen und landwirtschaftlichen Gebiete, gegebenenfalls auch Fischereigebiete, und Wälder.

Die erhobenen Daten sind dauernd aufzubewahren.

2.

Beurteilung der Auswirkungen

Es ist zu beurteilen, bei welchen Oberflächenwasserkörpern aufgrund der in Nummer 1 zusammengestellten Belastungen, das Risiko besteht, dass sie die für sie festgelegten Bewirtschaftungsziele nicht erreichen. Dieser Beurteilung sind die nach Nummer 1 gesammelten Daten sowie andere einschlägige Informationen einschließlich vorhandener Daten aus der Umweltüberwachung zugrunde zu legen. Die Beurteilung kann durch Modellierungstechniken unterstützt werden. Für aufgrund der Beurteilung ermittelten Oberflächenwasserkörper nach § 5 Abs. 2 Satz 2 ist, soweit erforderlich, eine zusätzliche Beschreibung vorzunehmen, um die Überwachungsprogramme nach § 8 dieser Verordnung und die Maßnahmenprogramme nach § 36 des Wasserhaushaltsgesetzes zu verbessern.


Anlage 3

(zu § 6 Abs. 1 Satz 1 )

Oberflächengewässer: Qualitätskomponenten zur Einstufung des ökologischen Zustands

Der ökologische Zustand der Oberflächenwasserkörper ist nach biologischen Qualitätskomponenten (unterstützend nach hydromorphologischen und physikalisch-chemischen Komponenten) sowie chemischen Qualitätskomponenten einzustufen:

1.

Biologische Qualitätskomponenten

Die biologischen Qualitätskomponenten umfassen die aquatische Flora, die Wirbellosenfauna und die Fischfauna nach Maßgabe der nachstehenden Tabelle:

Qualitätskomponente

Teilkomponente

Flüsse

Seen

Gewässerflora

Phytoplankton

X 1)

X

Makrophyten, Phytobenthos

X 1)

X

benthische wirbellose Fauna

Makrozoobenthos

X

X

Fischfauna

 

X

X

Es sind immer die Artenzusammensetzung und Artenhäufigkeit zu bestimmen, bei der Fischfauna zusätzlich die Altersstruktur, beim Phytoplankton zusätzlich die Biomasse (außer in Flüssen).

2.

Hydromorphologische Komponenten in Unterstützung der biologischen Qualitätskomponenten

Die hydromorphologischen Komponenten ergeben sich aus der nachstehenden Tabelle:

Komponente

Teilkomponente

Flüsse

Seen

Wasserhaushalt

Abfluss und Abflussdynamik

X

 

 

Verbindung zu Grundwasserkörpern

X

x

 

Wasserstandsdynamik

 

X

 

Wassererneuerungszeit

 

X

Durchgängigkeit

 

X

 

Morphologie

Tiefen- und Breitenvariation

X

 

 

Tiefenvariation

 

X

 

Struktur und Substrat des Bodens

X

 

 

Menge, Struktur und Substrat des Bodens

 

X

 

Struktur der Uferzone

X

X

3.

Physikalisch-chemische Komponenten in Unterstützung der biologischen Qualitätskomponenten

Die physikalisch-chemischen Komponenten ergeben sich aus der nachstehenden Tabelle:

Komponente

Parameter

Flüsse

Seen

Allgemein

Sichttiefe

 

 

Sichttiefe (m)

X 1)

X

Schwebstoffgehalt (mg/l)

X

 

 

Temperaturverhältnisse

 

 

Wassertemperatur (°C)

X

X

 

Sauerstoffhaushalt

 

 

Sauerstoffgehalt (mg/l)

X

X

Sauerstoffsättigung (%)

X

X

TOC 2) (mg/l)

X

X

BSB 7

X

 

 

Salzgehalt

 

 

Chlorid (mg/l)

X

X

Leitfähigkeit bei 25°C (mS/m)

X

X

Sulfat (mg/l)

X

X

 

Versauerungszustand

 

 

pH-Wert

X

X

Säurekapazität Ks

X

X

 

Nährstoffverhältnisse

 

 

Gesamt-P (mg/l)

X

X

o-Phosphat-P (mg/l)

X

X

Gesamt-N (mg/l)

X

X

Nitrat-N (mg/l)

X

X

Nitrit-N (mg/l)

X

X

Ammonium-N (mg/l)

X

X

Silikat-Si (mg/l)

X 3)

X

4.

Chemische Qualitätskomponenten

Die chemischen Qualitätskomponenten ergeben sich aus der nachstehenden Tabelle:

Komponente

Parameter

Flüsse

Seen

Spezifische Schadstoffe

synthetische Schadstoffe nach Anlage 4 Nr. 2 bei Eintrag in signifikanten Mengen

X

X

 

nichtsynthetische Schadstoffe nach Anlage 4 Nr. 2 , bei Eintrag in signifikanten Mengen

X

X

5.

Künstliche und erheblich veränderte Oberflächenwasserkörper

Künstliche und erheblich veränderte Oberflächenwasserkörper sind anhand der Qualitätskomponenten zu erfassen, die für diejenige der Gewässerkategorien gelten, die dem betreffenden künstlichen oder erheblich veränderten Gewässer am ähnlichsten ist.


Fußnoten

1)

Bei planktondominierten Gewässern ist Phytoplankton zu bestimmen, bei nicht planktondominierten Gewässern sind Makrophyten oder Phytobenthos zu bestimmen.

1)

Bei planktondominierten Gewässern ist Phytoplankton zu bestimmen, bei nicht planktondominierten Gewässern sind Makrophyten oder Phytobenthos zu bestimmen.

1)

jeweils Summe Aldrin, Dieldrin, Endrin, Isodrin

2)

Total Organic Carbon (gesamter organisch gebundener Kohlenstoff in einer Wasserprobe)

3)

nur bei Diatomeen-dominierten Gewässern

Anlage 4

(zu § 6 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 )

Oberflächengewässer: Anforderungen an die Einstufung des ökologischen Zustands

1.

Normative Begriffsbestimmungen zur Einstufung des ökologischen Zustandes und des ökologischen Potenzials

Die Einstufung des ökologischen Zustands der Oberflächenwasserkörper ist in den Begriffsbestimmungen der nachstehenden Tabelle 1 allgemein dargestellt. Für die Einstufung der Oberflächenwasserkörper der Kategorien Flüsse und Seen sind die Tabellen 2 und 3, für künstliche oder erheblich veränderte Oberflächenwasserkörper ist die Tabelle 4 zugrunde zu legen.

Normative Begriffsbestimmungen zur Einstufung des ökologischen Zustands und des ökologischen Potenzials

Tabelle 1 Allgemeine Begriffsbestimmungen für den Zustand von Flüssen und Seen

Im Folgenden wird eine allgemeine Bestimmung der ökologischen Qualität gegeben. Zur Einstufung sind als Werte für die Qualitätskomponenten des ökologischen Zustands bei der jeweiligen Kategorie von Oberflächengewässern die Werte der nachstehenden Tabellen 2 bis 4 anzuwenden.

 

Sehr guter Zustand

Guter Zustand

Mäßiger Zustand

Allgemein

Es sind bei dem jeweiligen Oberflächengewässertyp keine oder nur sehr geringfügige anthropogene Änderungen der Werte für die physikalisch-chemischen und hydromorphologischen Komponenten gegenüber den Werten zu verzeichnen, die normalerweise bei Abwesenheit störender Einflüsse mit diesem Typ einhergehen (Referenzbedingungen).

Die Werte für die biologischen Qualitätskomponenten des Oberflächengewässers entsprechen denen, die normalerweise bei Abwesenheit störender Einflüsse mit dem betreffenden Typ einhergehen, und zeigen keine oder nur sehr geringfügige Abweichungen an (Referenzbedingungen).

Die typspezifischen Bedingungen und Gemeinschaften sind damit gegeben.

Die Werte für die biologischen Qualitätskomponenten des Oberflächengewässertyps oberirdischer Gewässer zeigen geringe anthropogene Abweichungen an, weichen aber nur in geringem Maße von den Werten ab die normalerweise bei Abwesenheit störender Einflüsse mit dem betreffenden Oberflächengewässertyp einhergehen (Referenzbedingungen).

Die Werte für die biologischen Qualitätskomponenten des Oberflächengewässertyps weichen mäßig von den Werten ab, die normalerweise bei Abwesenheit störender Einflüsse mit dem betreffenden Oberflächengewässertyp einhergehen (Referenzbedingungen). Die Werte geben Hinweise auf mäßige, anthropogene Abweichungen und weisen signifikant stärkere Störungen auf, als dies unter den Bedingungen des guten Zustands der Fall ist.

Gewässer, deren Zustand schlechter als mäßig ist, werden als unbefriedigend oder schlecht eingestuft.

Gewässer, bei denen die Werte für die biologischen Qualitätskomponenten des betreffenden Typs oberirdischer Gewässer stärkere Veränderungen aufweisen und die Biozönosen erheblich von denen abweichen, die normalerweise bei Abwesenheit störender Einflüsse mit dem betreffenden Oberflächengewässertyp einhergehen (Referenzbedingungen), werden als unbefriedigend eingestuft.

Gewässer, bei denen die Werte für die biologischen Qualitätskomponenten des betreffenden Typs oberirdischer Gewässer erhebliche Veränderungen aufweisen und große Teile der Biozönosen, die normalerweise bei Abwesenheit störender Einflüsse mit dem betreffenden Oberflächengewässertyp einhergehen (Referenzbedingungen), fehlen, werden als schlecht eingestuft.

Tabelle 2 Begriffsbestimmungen für den sehr guten, guten und mäßigen ökologischen Zustand von Flüssen

1.

Biologische Qualitätskomponenten

Komponente

Sehr guter Zustand

Guter Zustand

Mäßiger Zustand

Phytoplankton

Die taxonomische Zusammensetzung des Phytoplanktons entspricht vollständig oder nahezu vollständig den Referenzbedingungen.

Die durchschnittliche Abundanz des Phytoplanktons entspricht voll und ganz den typspezifischen physikalisch-chemischen Bedingungen und ist nicht so beschaffen, dass dadurch die typspezifischen Bedingungen für die Sichttiefe signifikant verändert werden.

Planktonblüten treten mit einer Häufigkeit und Intensität auf, die den typspezifischen physikalisch-chemischen Bedingungen entspricht.

Die planktonischen Taxa weichen in ihrer Zusammensetzung und Abundanz geringfügig von den typspezifischen Gemeinschaften ab. Diese Abweichungen deuten nicht auf ein beschleunigtes Wachstum von Algen hin, das das Gleichgewicht der in dem Gewässer vorhandenen Organismen oder die physikalisch-chemische Qualität des Wassers oder Sediments in unerwünschter Weise stören würde.

Es kann zu einem leichten Anstieg der Häufigkeit und Intensität der typspezifischen Planktonblüten kommen.

Die Zusammensetzung der planktonischen Taxa weicht mäßig von der der typspezifischen Gemeinschaften ab.

Bei der Abundanz sind mäßige Störungen zu verzeichnen, was dazu führen kann, dass bei den Werten für andere biologische und physikalisch-chemische Qualitätskomponenten signifikante unerwünschte Störungen auftreten.

Es kann zu einem mäßigen Anstieg der Häufigkeit und Intensität der Planktonblüten kommen. In den Sommermonaten können anhaltende Blüten auftreten.

Makrophyten und Phytobenthos

Die taxonomische Zusammensetzung entspricht vollständig oder nahezu vollständig den Referenzbedingungen.

Keine erkennbaren Änderungen der durchschnittlichen makrophytischen und der durchschnittlichen phytobenthischen Abundanz.

Die makrophytischen und phytobenthischen Taxa weichen in ihrer Zusammensetzung und Abundanz geringfügig von den typspezifschen Gemeinschaften ab. Diese Abweichungen deuten nicht auf ein beschleunigtes Wachstum von Algen oder höheren Pflanzen hin, das das Gleichgewicht der in dem Gewässer vorhandenen Organismen oder die physikalisch- chemische Qualität des Wassers oder Sediments in unerwünschter Weise stören würde.

Die phytobenthische Lebensgemeinschaft wird nicht durch anthropogene Bakterienzotten und anthropogene Bakterienbeläge beeinträchtigt.

Die Zusammensetzung der makrophytischen und phytobenthischen Taxa weicht mäßig von der der typspezifischen Gemeinschaft ab und ist in signifikanter Weise stärker gestört, als dies bei gutem Zustand der Fall ist.

Es sind mäßige Änderungen der durchschnittlichen makrophytischen und der durchschnittlichen phytobenthischen Abundanz erkennbar.

Die phytobenthische Lebensgemeinschaft kann durch anthropogene Bakterienzotten und anthropogene Bakterienbeläge beeinträchtigt und in bestimmten Gebieten verdrängt werden.

Benthische wirbellose Fauna

Die taxonomische Zusammensetzung und die Abundanz entsprechen vollständig oder nahezu vollständig den Referenzbedingungen.

Der Anteil störungsempfindlicher Taxa im Verhältnis zu robusten Taxa zeigt keine Anzeichen für eine Abweichung von den Werten, die bei Vorliegen der Referenzbedingungen zu verzeichnen sind.

Der Grad der Vielfalt der wirbellosen Taxa zeigt keine Anzeichen für Abweichungen von den Werten, die bei Vorliegen der Referenzbedingungen zu verzeichnen sind.

Die wirbellosen Taxa weichen in ihrer Zusammensetzung und Abundanz geringfügig von den typspezifischen Gemeinschaften ab.

Der Anteil der störungsempfindlichen Taxa im Verhältnis zu den robusten Taxa zeigt geringfügige Anzeichen für Abweichungen von den typspezifischen Werten.

Der Grad der Vielfalt der wirbellosen Taxa zeigt geringfügige Anzeichen für Abweichungen von den typspezifischen Werten.

Die wirbellosen Taxa weichen in Zusammensetzung und Abundanz mäßig von den typspezifischen Gemeinschaften ab.

Wichtige taxonomische Gruppen der typspezifischen Gemeinschaft fehlen.

Der Anteil der störungsempfindlichen Taxa im Verhältnis zu den robusten Taxa und der Grad der Vielfalt liegen beträchtlich unter dem typspezifischen Wert und in signifikanter Weise unter den Werten, die für einen guten Zustand gelten.

Fischfauna

Zusammensetzung und Abundanz der Arten entsprechen vollständig oder nahezu vollständig den Referenzbedingungen.

Alle typspezifischen störungsempfindlichen Arten sind vorhanden.

Die Altersstrukturen der Fischgemeinschaften zeigen kaum Anzeichen anthropogener Störungen und deuten nicht auf Störungen bei der Fortpflanzung oder Entwicklung irgendeiner besonderen Art hin.

Aufgrund anthropogener Einflüsse auf die physikalisch-chemischen und hydromorphologischen Komponenten weichen die Arten in Zusammensetzung und Abundanz geringfügig von den typspezifischen Gemeinschaften ab.

Die Altersstrukturen der Fischgemeinschaften zeigen Anzeichen für Störungen aufgrund anthropogener Einflüsse auf die physikalisch-chemischen oder hydromorphologischen Komponenten und deuten in wenigen Fällen auf Störungen bei der Fortpflanzung oder Entwicklung einer bestimmten Art hin, so dass einige Alterstufen fehlen können.

Aufgrund anthropogener Einflüsse auf die physikalisch-chemischen oder hydromorphologischen Komponenten weichen die Fischarten in Zusammensetzung und Abundanz mäßig von den typspezifischen Gemeinschaften ab.

Die Altersstruktur der Fischgemeinschaften zeigt größere Anzeichen anthropogener Störungen, so dass ein mäßiger Teil der typspezifischen Arten fehlt oder sehr selten ist.

2.

Hydromorphologische Komponenten

Komponente

Sehr guter Zustand

Guter Zustand

Mäßiger Zustand

Wasserhaushalt

Menge und Dynamik der Strömung und die sich daraus ergebende Verbindung zum Grundwasser entsprechen vollständig oder nahezu vollständig den Referenzbedingungen.

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Durchgängigkeit des Flusses

Die Durchgängigkeit des Flusses wird nicht durch menschliche Tätigkeiten gestört und ermöglicht eine ungestörte Migration aquatischer Organismen und den Transport von Sedimenten.

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Morphologie

Laufentwicklung, Variationen von Breite und Tiefe, Strömungsgeschwindigkeiten, Substratbedingungen sowie Struktur und Bedingungen der Uferbereiche entsprechen vollständig oder nahezu vollständig den Referenzbedingungen.

Bedingungen, unter denen die, oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

3.

Physikalisch-chemische Komponenten

Komponente

Sehr guter Zustand

Guter Zustand

Mäßiger Zustand

Allgemeine Bedingungen

Die Werte für die physikalisch-chemischen Komponenten entsprechen vollständig oder nahezu vollständig den Werten, die bei Vorliegen der Referenzbedingungen zu verzeichnen sind.

Die Nährstoffkonzentrationen bleiben in dem Bereich, der normalerweise bei Vorliegen der Referenzbedingungen festzustellen ist.

Salzgehalt, ph-Wert, Säureneutralisierungsvermögen und Temperatur zeigen keine Anzeichen anthropogener Störungen und bleiben in dem Bereich, der normalerweise bei Vorliegen der Referenzbedingungen festzustellen ist.

Die Werte für die Temperatur, die Sauerstoffbilanz, den ph-Wert, das Säureneutralisierungsvermögen und den Salzgehalt gehen nicht über den Bereich hinaus, innerhalb dessen die Funktionsfähigkeit des typspezifischen Ökosystems und die Einhaltung der oben beschriebenen Werte für die biologischen Qualitätskomponenten gewährleistet sind.

Die Nährstoffkonzentrationen liegen nicht über den Werten, bei denen die Funktionsfähigkeit des typspezifischen Ökosystems und die Einhaltung der oben beschriebenen Werte für die biologischen Qualitätskomponenten gewährleistet sind.

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Spezifische synthetische Schadstoffe

Konzentrationen nahe Null oder zumindest unter der Nachweisgrenze der allgemein gebräuchlichen fortgeschrittensten Analysetechniken.

Konzentrationen nicht höher als die Umweltqualitätsnormen nach Anlage 4 Nr. 2, unbeschadet der Richtlinie 91/414/EWG 3) und der Richtlinie 98/8/EG 4) (Konzentrationen kleiner als eqs 1) )

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Spezifische nichtsynthetische Schadstoffe

Die Konzentrationen bleiben in dem Bereich, der normalerweise bei Vorliegen der Referenzbedingungen festzustellen ist (Konzentrationen entsprechend bgl) 1) .

Konzentrationen nicht höher als die Umweltqualitätsnormen nach Anlage 4 Nr. 2 2) 3) , unbeschadet der Richtlinie 91/414/EWG und der Richtlinie 98/8/EWG (Konzentrationen kleiner als eqs 1) )

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Es werden folgende Abkürzungen verwendet:

Tabelle 3 Begriffsbestimmungen für den sehr guten, guten und mäßigen ökologischen Zustand von Seen

1.

Biologische Qualitätskomponenten

Komponente

Sehr guter Zustand

Guter Zustand

Mäßiger Zustand

Phytoplankton

Die taxonomische Zusammensetzung und die Abundanz des Phytoplanktons entsprechen vollständig oder nahezu vollständig den Referenzbedingungen.

Die durchschnittliche Biomasse des Phytoplanktons entspricht den typspezifischen physikalisch-chemischen Bedingungen und ist nicht so beschaffen, dass dadurch die typspezifischen Bedingungen für die Sichttiefe signifikant verändert werden.

Planktonblüten treten mit einer Häufigkeit und Intensität auf, die den typspezifischen physikalisch-chemischen Bedingungen entspricht.

Die planktonischen Taxa weichen in ihrer Zusammensetzung und Abundanz geringfügig von den typspezifischen Gemeinschaften ab. Diese Abweichungen deuten nicht auf ein beschleunigtes Wachstum von Algen hin, das das Gleichgewicht der in dem Gewässer vorhandenen Organismen oder die physikalisch-chemische Qualität des Wassers oder Sediments in unerwünschter Weise stören würde.

Es kann zu einem leichten Anstieg der Häufigkeit und Intensität der typspezifischen Planktonblüten kommen.

Zusammensetzung und Abundanz der planktonischen Taxa weichen mäßig von denen der typspezifischen Gemeinschaften ab.

Bei der Biomasse sind mäßige Störungen zu verzeichnen, was zu signifikanten unerwünschten Störungen bei anderen biologischen Qualitätskomponenten und bei der physikalisch-chemischen Qualität des Wassers oder Sediments führen kann.

Es kann zu einem mäßigen Anstieg der Häufigkeit und Intensität der Planktonblüten kommen. In den Sommermonaten können anhaltende Blüten auftreten.

Makrophyten und Phytobenthos

Die taxonomische Zusammensetzung entspricht vollständig oder nahezu vollständig den Referenzbedingungen.

Keine erkennbaren Änderungen der durchschnittlichen makrophytischen und der durchschnittlichen phytobenthischen Abundanz.

Die makrophytischen und phytobenthischen Taxa weichen in ihrer Zusammensetzung und Abundanz geringfügig von den typspezifischen Gemeinschaften ab. Diese Abweichungen deuten nicht auf ein beschleunigtes Wachstum von Algen oder höheren Pflanzen hin, das das Gleichgewicht der in dem Gewässer vorhandenen Organismen oder die physikalisch-chemische Qualität des Wassers in unerwünschter Weise stören würde.

Die phytobenthische Lebensgemeinschaft wird nicht durch anthropogene Bakterienanhäufung und anthropogenen Bakterienbesatz beeinträchtigt.

Die Zusammensetzung der makrophytischen und phytobenthischen Taxa weicht mäßig von der der typspezifischen Gemeinschaft ab und ist in signifikanter Weise stärker gestört, als dies bei gutem Zustand der Fall ist.

Es sind mäßige Änderungen der durchschnittlichen makrophytischen und der durchschnittlichen phytobenthischen Abundanz erkennbar.

Die phytobenthische Lebensgemeinschaft kann durch anthropogene Bakterienanhäufung und anthropogenen Bakterienbesatz beeinträchtigt und in bestimmten Gebieten verdrängt werden.

Benthische wirbellose Fauna

Die taxonomische Zusammensetzung und die Abundanz entsprechen vollständig oder nahe zu vollständig den Referenzbedingungen.

Der Anteil störungsempfindlicher Taxa im Verhältnis zu robusten Taxa zeigt keine Anzeichen für eine Abweichung von den Werten, die bei Vorliegen der Referenzbedingungen zu verzeichnen sind.

Der Grad der Vielfalt der wirbellosen Taxa zeigt keine Anzeichen für Abweichungen von den Werten, die bei Vorliegen der Referenzbedingungen zu verzeichnen sind.

Die wirbellose Taxaweicht in ihrer Zusammensetzung und Abundanz geringfügig von den typspezifischen Gemeinschaften ab.

Der Anteil der störungsempfindlichen Taxa im Verhältnis zu den robusten Taxa zeigt geringfügige Anzeichen für Abweichungen von den typspezifischen Werten.

Der Grad der Vielfalt der wirbellosen Taxa zeigt geringfügige Anzeichen für Abweichungen von den typspezifischen Werten.

Die wirbellosen Taxa weichen in Zusammensetzung und Abundanz mäßig von den typspezifischen Gemeinschaften ab.

Wichtige taxonomische Gruppen der typspezifischen Gemeinschaft fehlen.

Der Anteil der störungsempfindlichen Taxa im Verhältnis zu den robusten Taxa und der Grad der Vielfalt liegen beträchtlich unter dem typspezifischen Wert und in signifikanter Weise unter den Werten, die für einen guten Zustand gelten.

Fischfauna

Zusammensetzung und Abundanz der Arten entsprechen vollständig oder nahezu vollständig den Referenzbedingungen.

Alle typspezifischen störungsempfindlichen Arten sind vorhanden.

Die Altersstrukturen der Fischgemeinschaften zeigen kaum Anzeichen anthropogener Störungen und deuten nicht auf Störungen bei der Fortpflanzung oder Entwicklung irgendeiner besonderen Art hin.

Aufgrund anthropogener Einflüsse auf die physikalisch-chemischen und hydromorphologischen Komponenten weichen die Arten in Zusammensetzung und Abundanz geringfügig von den typspezifischen Gemeinschaften ab.

Die Altersstrukturen der Fischgemeinschaften zeigen Anzeichen für Störungen aufgrund anthropogener Einflüsse auf die physikalisch-chemischen oder hydromorphologischen Komponenten und deuten in wenigen Fällen auf Störungen bei der Fortpflanzung oder Entwicklung einer bestimmten Art hin, so dass einige Altersstufen fehlen können.

Aufgrund anthropogener Einflüsse auf die physikalisch-chemischen oder hydromorphologischen Komponenten weichen die Fischarten in Zusammensetzung und Abundanz mäßig von den typspezifischen Gemeinschaften ab.

Aufgrund anthropogener Einflüsse auf die physikalisch-chemischen oder hydromorphologischen Komponenten zeigt die Altersstruktur der Fischgemeinschaften größere Anzeichen von Störungen, so dass ein mäßiger Teil der typspezifischen Arten fehlt oder sehr selten ist.

2.

Hydromorphologische Komponenten

Komponente

Sehr guter Zustand

Guter Zustand

Mäßiger Zustand

Wasserhaushalt

Menge und Dynamik der Strömung, Pegel, Verweildauer und die sich daraus ergebende Verbindung zum Grundwasser entsprechen vollständig oder nahezu vollständig den Referenzbedingungen.

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Morphologie

Variationen der Tiefe des Sees, Quantität und Struktur des Substrats sowie Struktur und Bedingungen des Uferbereichs entsprechen vollständig oder nahezu vollständig den Referenzbedingungen.

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

3.

Physikalisch-chemische Komponenten

Komponente

Sehr guter Zustand

Guter Zustand

Mäßiger Zustand

Allgemeine Bedingungen

Die Werte für die physikalisch-chemischen Komponenten entsprechen vollständig oder nahezu vollständig den Werten, die bei Vorliegen der Referenzbedingungen zu verzeichnen sind.

Die Nährstoffkonzentrationen bleiben innerhalb des Wertespektrums, das normalerweise bei Vorliegen der Referenzbedingungen vorzufinden ist.

Salzgehalt, ph-Wert, Säureneutralisierungsvermögen, Sichttiefe und Temperatur zeigen keine Anzeichen anthropogener Störungen und bleiben in dem Bereich, der normalerweise bei Vorliegen der Referenzbedingungen festzustellen ist.

Die Werte für die Temperatur, die Sauerstoffbilanz, den ph-Wert, das Säureneutralisierungsvermögen, die Sichttiefe und den Salzgehalt gehen nicht über den Bereich hinaus, innerhalb dessen die Funktionsfähigkeit des Ökosystems und die Einhaltung der oben beschriebenen Werte für die biologischen Qualitätskomponenten gewährleistet sind.

Die Nährstoffkonzentrationen liegen nicht über den Werten, bei denen die Funktionsfähigkeit des Ökosystems und die Einhaltung der oben beschriebenen Werte für die biologischen Qualitätskomponenten gewährleistet sind.

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Spezifische synthetische Schadstoffe

Konzentrationen nahe Null oder zumindest unter der Nachweisgrenze der allgemein gebräuchlichen fortgeschrittensten Analysetechniken.

Konzentrationen nicht höher als die Umweltqualitätsnormen nach Anlage 4 Nr. 2 2) , unbeschadet der Richtlinie 91/414/EWG und der Richtlinie 98/8/EWG (Konzentrationen kleiner als eqs 1) ).

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Spezifische nichtsynthetische Schadstoffe

Die Konzentrationen bleiben in dem Bereich, der normalerweise bei Vorliegen der Referenzbedingungen festzustellen ist (Konzentrationen entsprechend bgl) 1) .

Konzentrationen nicht höher als die Umweltqualitätsnormen nach Anlage 4 Nr. , unbeschadet der R Richtlinie 91/414/EWG und der Richtlinie Richtlinie 98/8/EWG (Konzentrationen kleiner als eqs, unbeschadet der Richtlinie 91/414/EWG und der Richtlinie 98/8/EWG (Konzentrationen kleiner als eqs 1) ).

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Es werden folgende Abkürzungen verwendet:

Tabelle 4 Begriffsbestimmungen für das höchste, das gute und das mäßige ökologische Potenzial von erheblich veränderten oder künstlichen Gewässern

Komponente

Höchstes ökologisches Potenzial

Gutes ökologisches Potenzial

Mäßiges ökologisches Potenzial

Biologische Qualitätskomponenten

Die Werte für die einschlägigen biologischen Qualitätskomponenten entsprechen unter Berücksichtigung der physikalischen Bedingungen, die sich aus den künstlichen oder erheblich veränderten Eigenschaften des Gewässers ergeben, soweit wie möglich den Werten für den Oberflächengewässertyp, der am ehesten mit dem betreffenden Gewässer vergleichbar ist.

Die Werte für die einschlägigen biologischen Qualitätskomponenten weichen geringfügig von den Werten ab, die für das höchste ökologische Potenzial gelten.

Die Werte für die einschlägigen biologischen Qualitätskomponenten weichen mäßig von den Werten ab, die für das höchste ökologische Potenzial gelten.

Diese Werte sind in signifikanter Weise stärker gestört, als dies bei einem guten ökologischen Potenzial der Fall ist.

Hydromorphologische Komponenten

Die hydromorphologischen Bedingungen sind so beschaffen, dass sich die Einwirkungen auf das Oberflächengewässer auf die Einwirkungen beschränken, die von den künstlichen oder erheblich veränderten Eigenschaften des Gewässers herrühren, nachdem alle Gegenmaßnahmen getroffen worden sind, um die beste Annäherung an die ökologische Durchgängigkeit, insbesondere hinsichtlich der Wanderungsbewegungen der Fauna und angemessener Laich- und Aufzuchtgründe, sicherzustellen.

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Physikalisch­ chemische Komponenten

 

 

 

Allgemeine Bedingungen

Die physikalisch-chemischen Komponenten entsprechen vollständig oder nahezu vollständig den Referenzbedingungen des Oberflächengewässertyps, der mit dem betreffenden künstlichen oder erheblich veränderten Gewässer am ehesten vergleichbar ist.

Die Nährstoffkonzentrationen bleiben in dem Bereich, der normalerweise bei Vorliegen der Referenzbedingungen festzustellen ist.

Die Werte für die Temperatur und die Sauerstoffbilanz sowie der pH-Wert entsprechen den Werten, die bei Vorliegen der Referenzbedingungen in den Oberflächengewässertypen vorzufinden sind, die dem betreffenden Gewässer am ehesten vergleichbar sind.

Die Werte für die physikalisch-chemischen Komponenten liegen in dem Bereich, innerhalb dessen die Funktionsfähigkeit des Ökosystems und die Einhaltung der oben beschriebenen Werte für die biologischen Qualitätskomponenten gewährleistet sind.

Die Nährstoffkonzentrationen gehen nicht über die Werte hinaus, bei denen die Funktionsfähigkeit des Ökosystems und die Einhaltung der oben beschriebenen Werte für die biologischen Qualitätskomponenten gewährleistet sind.

Die Werte für die Temperatur und der pH-Wert gehen nicht über den Bereich hinaus, innerhalb dessen die Funktionsfähigkeit des Ökosystems und die Einhaltung der oben beschriebenen Werte für die biologischen Qualitätskomponenten gewährleistet sind.

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Spezifische synthetische Schadstoffe

Konzentrationen nahe Null oder zumindest unter der Nachweisgrenze der allgemein gebräuchlichen fortgeschrittensten Analysetechniken (Konzentrationen entsprechend bgl 1) ).

Konzentrationen nicht höher als die Umweltqualitätsnormen, nach Anlage 4 Nr. 2, 2) unbeschadet der Richtlinie 91/414/EWG und der Richtlinie 98/8/EWG (Konzentrationen kleiner als eqs 1) ).

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

Spezifische nichtsynthetische Schadstoffe

Die Konzentrationen bleiben in dem Bereich, der normalerweise bei Vorliegen der Referenzbedingungen mit dem Oberflächengewässertyp einhergeht, der am ehesten mit dem betreffenden künstlichen oder erheblich veränderten Gewässer vergleichbar ist.

Konzentrationen nicht höher als die Umweltqualitätsnormen nach Anlage 4 Nr. 2 2) , unbeschadet der Richtlinie 91/414/EWG und der Richtlinie 98/8/EWG (Konzentrationen kleiner als eqs 1) ).

Bedingungen, unter denen die oben für die biologischen Qualitätskomponenten beschriebenen Werte erreicht werden können.

2.

Chemische Qualitätskomponenten für Umweltqualitätsnormen zur Einstufung des ökologischen Zustands

Die in Nummer 1 Tabellen 2 bis 4 bei den Qualitätskomponenten „spezifisch synthetische Schadstoffe" und „spezifische nichtsynthetische Schadstoffe" genannten Umweltqualitätsnormen ergeben sich aus nachstehender Tabelle. Die Umweltqualitätsnormen sind zu überwachen und einzuhalten, wenn die aufgeführten Stoffe in signifikanten Mengen in den Oberflächenwasserkörper eingetragen werden. Die Überprüfung der Umweltqualitätsnormen erfolgt anhand des arithmetischen Jahresmittelwerts für die jeweilige Messstelle. Der Jahresmittelwert wird wie folgt berechnet: Alle Werte kleiner Bestimmungsgrenze gehen in die Berechnung mit den jeweiligen Werten der halben Bestimmungsgrenze ein. Die Umweltqualitätsnormen gelten als eingehalten, wenn die Jahresmittelwerte die jeweiligen Umweltqualitätsnormen nicht überschreiten. Die Umweltqualitätsnorm ist auch dann eingehalten, wenn die Bestimmungsgrenze größer ist als das Qualitätsziel und der Jahresmittelwert kleiner als die Bestimmungsgrenze. Bei der Überwachung von in signifikanten Mengen eingetragenen Stoffen ist eine mindestens dreimonatliche Beprobung vorzusehen. Es besteht keine Messverpflichtung für Stoffe, die in den jeweiligen Bewirtschaftungsgebieten nicht in signifikanten Mengen eingetragen werden.

EG-Nr.

 

Qualitätsnorm

Einheit

2

2-Amino-4-Chlorphenol

10

µg/l

4

Arsen

40

mg/kg

5

Azinphos-ethyl

0,01

µg/l

6

Azinphos-methyl

0,01

µg/l

8

Benzidin

0,1

µg/l

9

Benzylchlorid (a-Chlortoluol)

10

µg/l

10

Benzylidenchlorid (a,a-Dichlortoluol)

10

µg/l

11

Biphenyl

1

µg/l

14

Chloralhydrat

10

µg/l

15

Chlordan(cis und trans)

0,003

µg/l

16

Chloressigsäure

10

µg/l

17

2-Chloranilin

3

µg/l

18

3-Chloranilin

1

µg/l

19

4-Chloranilin

0,05

µg/l

20

Chlorbenzol

1

µg/l

21

1-Chlor-2,4-dinitrobenzol

5

µg/l

22

2-Chlorethanol

10

µg/l

24

4-Chlor-3-Methylphenol

10

µg/l

25

1-Chlornaphthalin

1

µg/l

26

Chlornaphthaline (technische Mischung)

0,01

µg/l

27

4-Chlor-2-nitroanilin

3

µg/l

 

28

1-Chlor-2-nitrobenzol

10

 

29

1-Chlor-3-nitrobenzol

1

 

30

1-Chlor-4-nitrobenzol

10

 

31

4-Chlor-2-nitrotoluol

10

 

(32)

2-Chlor-4-nitrotoluol

1

 

(32)

2-Chlor-6-nitrotoluol

1

 

(32)

3-Chlor-4-nitrotoluol

1

 

(32)

4-Chlor-3-nitrotoluol

1

 

(32)

5-Chlor-2-nitrotoluol

1

 

33

2-Chlorphenol

10

 

34

3-Chlorphenol

10

 

35

4-Chlorphenol

10

 

36

Chloropren

10

 

37

3-Chlorpropen (Allylchlorid)

10

 

38

2-Chlortoluol

1

 

39

3-Chlortoluol

10

 

40

4-Chlortoluol

1

 

41

2-Chlor-p-toluidin

10

 

(42)

3-Chlor-o-Toluidin

10

 

(42)

3-Chlor-p-Toluidin

10

 

(42)

5-Chlor-o-Toluidin

10

 

43

Coumaphos

0,07

 

44

Cyanurchlorid (2,4,6-Trichlor-1,3,5-triazin)

0,1

 

45

2,4-D

0,1

 

(47)

Demeton (Summe von Demeton-o und -s)

0,1

 

(47)

Demeton-o

0,1

 

(47)

Demeton-s

0,1

 

(47)

Demeton-s-methyl

0,1

 

(47)

Demeton-s-methyl-sulphon

0,1

 

48

1,2-Dibromethan

2

 

49-51

Dibutylzinn-Kation

100 1)

 

(52)

2,4/2,5-Dichloranilin

2

 

(52)

2,3-Dichloranilin

1

 

(52)

2,4-Dichloranilin

1

 

(52)

2,5-Dichloranilin

1

 

(52)

2,6-Dichloranilin

1

 

(52)

3,4-Dichloranilin

0,5

 

(52)

3,5-Dichloranilin

1

 

53

1,2-Dichlorbenzol

10

 

54

1,3-Dichlorbenzol

10

 

55

1,4-Dichlorbenzol

10

 

56

Dichlorbenzidine

10

 

57

Dichlordiisopropylether

10

 

58

1,1-Dichlorethan

10

 

60

1,1-Dichlorethen (Vinylidenchlorid)

10

 

61

1,2-Dichlorethen

10

 

(63)

1,2-Dichlor-3-nitrobenzol

10

 

(63)

1,2-Dichlor-4-nitrobenzol

10

 

(63)

1,3-Dichlor-4-nitrobenzol

10

 

(63)

1,4-Dichlor-2-nitrobenzol

10

 

64

2,4-Dichlorphenol

10

 

65

1,2-Dichlorpropan

10

 

66

1,3-Dichlorpropan-2-ol

10

 

67

1,3-Dichlorpropen

10

 

68

2,3-Dichlorpropen

10

 

69

Dichlorprop

0,1

 

70

Dichlorvos

0,0006

 

72

Diethylamin

10

 

73

Dimethoat

0,1

 

74

Dimethylamin

10

 

75

Disulfoton

0,004

 

78

Epichlorhydrin

0,1

 

79

Ethylbenzol

10

 

80

Fenitrothion

0,009

 

81

Fenthion

0,004

 

(82)

Heptachlor

0,03

 

(82)

Heptachlorepoxid

0,03

 

86

Hexachlorethan

10

 

87

Isopropylbenzol (Cumal)

10

 

88

Linuron

0,1

 

89

Malathion

0,02

 

90

MCPA

0,1

 

91

Mecoprop

0,1

 

93

Methamidophos

0,1

 

94

Mevinphos

0,0002

 

95

Monolinuron

0,1

 

97

Omethoat

0,1

 

98

Oxydemeton-methyl

0,1

 

(100)

Parathion-Ethyl

0,005

 

(100)

Parathion-Methyl

0,02

 

(101)

PCB-28

20 2)

 

(101)

PCB-52

20 2)

 

(101)

PCB-101

20 2)

 

(101)

PCB-118

20 2)

 

(101)

PCB-138

20 2)

 

(101)

PCB-153

20 2)

 

(101)

PCB-180

20 2)

 

103

Phoxim

0,008

 

104

Propanil

0,1

 

105

Pyrazon (Chloridazon)

0,1

 

107

2,4,5-T

0,1

 

108

Tetrabutylzinn

40 3)

 

109

1,2,4,5-Tetrachlorbenzol

1

 

110

1,1,2,2-Tetrachlorethan

10

 

112

Toluol

10

 

113

Triazophos

0,03

 

114

Tributylphosphat (Phosporsäuretributylester)

10

 

116

Trichlorfon

0,002

 

119

1,1,1-Trichlorethan

10

 

120

1,1,2-Trichlorethan

10

 

(122)

2,4,5-Trichlorphenol

1

 

(122)

2,4,6-Trichlorphenol

1

 

(122)

2,3,4-Trichlorphenol

1

 

(122)

2,3,5-Trichlorphenol

1

 

(122)

2,3,6-Trichlorphenol

1

 

(122)

3,4,5-Trichlorphenol

1

 

123

1,1,2-Trichlortrifluorethan

10

 

125 bis 127

Triphenylzinn-Kation

20 2)

 

128

Vinylchlorid (Chlorethylen)

0,5

 

(129)

1,2-Dimethylbenzol

10

 

(129)

1,3-Dimethylbenzol

10

 

(129)

1,4-Dimethylbenzol

10

 

132

Bentazon

0,1

 

L.II

Ametryn

0,5

 

L.II

Bromacil

0,6

 

L.II

Chlortoluron

0,4

 

L.II

Chrom

640

 

L.II

Cyanid

0,01

 

L.II

Etrimphos

0,004

 

L.II

Hexazinon

0,07

 

L.II

Kupfer

160

 

L.II

Metazachlor

0,4

 

L.II

Methabenzthiazuron

2,0

 

L.II

Metolachlor

0,2

 

L.II

Nitrobenzol

0,1

 

L.II

Prometryn

0,5

 

L.II

Terbuthylazin

0,5

 

L.II

Zink

800


Fußnoten

1)

bgl (background level) = Hintergrundwert;

eqs (environmental quality standard) = Umweltqualitätsstandard.

1)

bgl (background level) = Hintergrundwert;

eqs (environmental quality standard) = Umweltqualitätsstandard.

1)

bgl (background level) = Hintergrundwert;

eqs (environmental quality standard) = Umweltqualitätsstandard.

1)

bgl (background level) = Hintergrundwert;

eqs (environmental quality standard) = Umweltqualitätsstandard.

1)

bgl (background level) = Hintergrundwert;

eqs (environmental quality standard) = Umweltqualitätsstandard.

1)

bgl (background level) = Hintergrundwert;

eqs (environmental quality standard) = Umweltqualitätsstandard.

1)

bgl (background level) = Hintergrundwert;

eqs (environmental quality standard) = Umweltqualitätsstandard.

1)

bgl (background level) = Hintergrundwert;

eqs (environmental quality standard) = Umweltqualitätsstandard.

1)

bgl (background level) = Hintergrundwert;

eqs (environmental quality standard) = Umweltqualitätsstandard.

1)

ersatzweise für die Wasserphase 0,01 µg/l

2)

Die Anwendung der Umweltqualitätsnormen, die sich aus dieser Anlage ergeben, bedeutet nicht, dass die Schadstoffkonzentrationen so weit verringert werden müssen, dass sie unter den Hintergrundwerten, liegen: (eqs größer als bgl).

2)

Die Anwendung der Umweltqualitätsnormen, die sich aus dieser Anlage ergeben, bedeutet nicht, dass die Schadstoffkonzentrationen soweit verringert werden müssen, dass sie unter den Hintergrundwerten liegen.

2)

Die Anwendung der Umweltqualitätsnormen, die sich aus dieser Anlage ergeben, bedeutet nicht, dass die Schadstoffkonzentrationen soweit verringert werden müssen, dass sie unter den Hintergrundwerten liegen.

2)

Die Anwendung der Umweltqualitätsnormen, die sich aus dieser Anlage ergeben, bedeutet nicht, dass die Schadstoffkonzentrationen soweit verringert werden müssen, dass sie unter den Hintergrundwerten liegen.

2)

ersatzweise für die Wasserphase 0,5 ng/l

2)

ersatzweise für die Wasserphase 0,5 ng/l

2)

ersatzweise für die Wasserphase 0,5 ng/l

2)

ersatzweise für die Wasserphase 0,5 ng/l

2)

ersatzweise für die Wasserphase 0,5 ng/l

2)

ersatzweise für die Wasserphase 0,5 ng/l

2)

ersatzweise für die Wasserphase 0,5 ng/l

2)

ersatzweise für die Wasserphase 0,5 ng/l

3)

ersatzweise für die Wasserphase 0,001 µg/l

3)

Richtlinie 91/414/EWG des Rates vom 15. Juli 1991 über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln (ABl. EG Nr. L 230 S. 1), zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Februar 2005 über Höchstgehalte an Pestizidrückständen in oder auf Lebens- oder Futtermitteln pflanzlichen und tierischen Ursprungs und zur Änderung der Richtlinie 91/414/EWG des Rates(ABl. EG Nr. L 70 S. 1).

3)

ersatzweise für die Wasserphase 0,001 µg/l

4)

Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Februar 1998 über das Inverkehrbringen von Biozidprodukten (ABl. EG Nr. L 123 S. 1), zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 1882/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. September 2003 zur Anpassung der Bestimmungen über die Ausschüsse zur Unterstützung der Kommission bei der Ausübung von deren Durchführungsbefugnissen, die in Rechtsakten vorgesehen sind, für die das Verfahren des Artikels 251 des EG-Vertrags gilt, an den Beschluss 1999/468/EG des Rates (ABl. EG Nr. L 284 S. 1).

Anlage 5

(zu § 7 )

Oberflächengewässer: Umweltqualitätsnormen für die Einstufung des chemischen Zustands

Folgende Umweltqualitätsnormen sind einzuhalten:

EG-Nr.

 

Qualitätsnorm

Einheit

1

Aldrin 1)

0,01

µg/l

3

Anthracen

0,01

µg/l

7

Benzol

10

µg/l

12

Cadmium

1

µg/l

13

Tetrachlorkohlenstoff

12

µg/l

23

Chloroform (Trichlormethan)

12

µg/l

46

4,4-DDT

0,01

µg/l

59

1,2-Dichlorethan

10

µg/l

62

Dichlormethan

10

µg/l

71

Dieldrin 1)

0,01

µg/l

77

Endrin 1)

0,01

µg/l

83

Hexachlorbenzol

0,03

µg/l

84

Hexachlorbutadien

0,1

µg/l

85

Hexachlorcyclohexan 2)

0,05

µg/l

92

Quecksilber

1

µg/l

96

Naphthalin

1

µg/l

(99)

Benzo(a)pyren

0,01

µg/l

(99)

Benzo(b)fluoranthen

0,025

µg/l

(99)

Benzo(ghi) perylen

0,025

µg/l

(99)

Benzo(k)fluoranthen

0,025

µg/l

(99)

Fluoranthen

0,025

µg/l

(99)

Indeno(1.2.3-cd)pyren

0,025

µg/l

102

Pentachlorphenol

2

µg/l

111

Tetrachlorethen

10

µg/l

(117)

1,2,3-Trichlorbenzol

 

 

(117)

1,3,5-Trichlorbenzol

0,4 3)

µg/l

(117), 118

1,2,4-Trichlorbenzol

 

 

121

Trichlorethen

10

µg/l

130

Isodrin 1)

0,01

µg/l

 

Nitrat

50

mg/l

Die Einhaltung der Umweltqualitätsnormen wird nach den Vorgaben in Anlage 4 Nr. 2 überprüft. Davon abweichend sind die Umweltqualitätsnormen zu überwachen und einzuhalten, wenn prioritäre Stoffe in den Oberflächenwasserkörper eingetragen werden. Bei der Überwachung prioritärer Stoffe ist eine mindestens monatliche Beprobung vorzusehen; eine Messverpflichtung besteht auch bei Eintragungen in nicht signifikanten Mengen.

Fußnoten

1)

jeweils Summe Aldrin, Dieldrin, Endrin, Isodrin

1)

jeweils Summe Aldrin, Dieldrin, Endrin, Isodrin

1)

jeweils Summe Aldrin, Dieldrin, Endrin, Isodrin

1)

jeweils Summe Aldrin, Dieldrin, Endrin, Isodrin

2)

HCH gesamt (alle Isomere)

3)

Summe der drei Trichlorbenzole

Anlage 6

(zu § 8 )

Oberflächengewässer: Überwachung des ökologischen und chemischen Zustands, Überwachungsnetz

1.

Es sind die Parameter zu überwachen, die für jede relevante Qualitätskomponente kennzeichnend sind. Bei der Auswahl der Parameter für die biologischen Qualitätskomponenten sind die geeigneten Anforderungen zu ermitteln, die für eine angemessene Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Bewertung der Qualitätskomponenten erforderlich sind. Für die Erstellung des Bewirtschaftungsplans sind Angaben über die Einschätzung des mit den Überwachungsprogrammen angestrebten Grades der Zuverlässigkeit und Genauigkeit zu machen.

1.1

Überblicksweise Überwachung

1.1.1

Mit den Programmen zur überblicksweisen Überwachung werden folgende Ziele verfolgt:

a)

Ergänzung und Validierung des in Anlage 2 Nr. 2 beschriebenen Verfahrens zur Beurteilung der Auswirkungen von signifikanten anthropogenen Belastungen der Oberflächenwasserkörper,

b)

wirksame und effiziente Gestaltung künftiger Überwachungsprogramme,

c)

Bewertung der langfristigen Veränderungen der natürlichen Gegebenheiten und

d)

Bewertung der langfristigen Veränderungen aufgrund ausgedehnter menschlicher Tätigkeiten.

Die Ergebnisse der überblicksweisen Überwachung sind in Verbindung mit dem in Anlage 2 beschriebenen Verfahren zur Zusammenstellung der Gewässerbelastungen und zur Beurteilung ihrer Auswirkungen zu überprüfen und zu verwenden, um die Programme des laufenden Bewirtschaftungsplans und der Nachfolgepläne zu überwachen.

1.1.2

Die überblicksweise Überwachung ist an einer ausreichenden Zahl von Oberflächenwasserkörpern durchzuführen, um eine Bewertung des Gesamtzustands der Oberflächengewässer in jedem Einzugsgebiet oder Teileinzugsgebiet zu gewährleisten. Bei der Auswahl der Wasserkörper ist dafür zu sorgen, dass eine Überwachung, soweit erforderlich, an Stellen durchgeführt wird, an denen

a)

der Abfluss bezogen auf die gesamte Flussgebietseinheit bedeutend ist, einschließlich Stellen an großen Flüssen, an denen das Einzugsgebiet größer als 2500 km 2 ist,

b)

Messstellen des EG-Informationsaustausches von Oberflächensüßwasserdaten (Entscheidung Nr. 77/795/EWG des Rates vom 12. Dezember 1977 zur Einführung eines gemeinsamen Verfahrens zum Informationsaustausch über die Qualität des Oberflächensüßwassers in der Gemeinschaft (ABl. EG Nr. L 334 S. 29), zuletzt geändert durch die Akte über die Bedingungen des Beitritts, der Tschechischen Republik, der Republik Estland, der Republik Zypern, der Republik Lettland, der Republik Litauen, der Republik Ungarn, der Republik Malta, der Republik Polen, der Republik Slowenien und der Slowakischen Republik und die Anpassungen der die Europäische Union begründenden Verträge-Anhang II: Liste nach Artikel 20 der Beitrittsakte - 16. Umwelt - B. Wasserqualität (ABl. EG Nr. L 236 S. 665)) ausgewiesen werden,

c)

das Volumen des vorhandenen Wassers für die Flussgebietseinheit, einschließlich größerer Seen und Sammelbecken kennzeichnend ist.

1.1.3

Während der Geltungsdauer des Bewirtschaftungsplans sind an jeder Überwachungsstelle folgende Parameter zu überwachen:

a)

Werte, die für alle biologischen Qualitätskomponenten nach Anlage 3 Nr. 1 kennzeichnend sind,

b)

Werte, die für alle hydromorphologischen Komponenten nach Anlage 3 Nr. 2 kennzeichnend sind,

c)

Werte, die für alle allgemeinen physikalisch-chemischen Komponenten nach Anlage 3 Nr. 3 kennzeichnend sind,

d)

die prioritären Stoffe, die in das Einzugsgebiet oder in das Teileinzugsgebiet eingeleitet werden,

e)

alle weiteren Schadstoffe, die in signifikanten Mengen in das Einzugsgebiet oder in das Teileinzugsgebiet eingeleitet werden ( Anlage 4 Nr. 2 ); für diese Stoffe gilt als Kriterium eine mögliche Überschreitung der Umweltqualitätsnormen,

f)

alle weiteren Schadstoffe, die in signifikanten Mengen in das Einzugsgebiet oder in das Teileinzugsgebiet eingeleitet werden ( Anlage 5 mit Ausnahme der prioritären Stoffe); für diese Stoffe gilt als Kriterium eine mögliche Überschreitung der Umweltqualitätsnormen.

Diese Anforderungen gelten nicht, wenn die vorangegangene überblicksweise Überwachung ergeben hat, dass der betreffende Wasserkörper einen guten Zustand erreicht hat und bei der Überprüfung der Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten nach § 5 keine Änderungen der Auswirkungen auf den Wasserkörper nachgewiesen worden sind. In diesem Fall ist im Rahmen jedes dritten Bewirtschaftungsplans für das Einzugsgebiet eine überblicksweise Überwachung durchzuführen.

1.2

Operative Überwachung

1.2.1

Das Programm zur operativen Überwachung ist mit dem Ziel durchzuführen,

a)

den Zustand der Oberflächenwasserkörper nach § 5 Abs. 2 Satz 2 zu bestimmen und

b)

alle auf die Maßnahmenprogramme zurückgehenden Veränderungen am Zustand dieser Oberflächenwasserkörper zu bewerten.

1.2.2

Die operative Überwachung ist an allen Oberflächenwasserkörpern nach § 5 Abs. 2 Satz 2 sowie an allen Oberflächenwasserkörpern, in die prioritäre Stoffe eingeleitet werden, durchzuführen. Die Überwachungsstellen für prioritäre Stoffe werden nach den Rechtsvorschriften ausgewählt, in denen die einschlägigen Umweltqualitätsnormen festgelegt sind. Enthalten diese Rechtsvorschriften insoweit keine Vorgaben, sowie in allen anderen Fällen der operativen Überwachung sind die Überwachungsstellen nachfolgenden Maßgaben auszuwählen:

a)

Bei Wasserkörpern, die durch eine signifikante Belastung aus Punktquellen gefährdet sind, wird eine ausreichende Zahl von Überwachungsstellen gewählt, um das Ausmaß und die Auswirkungen der Belastung aus Punktquellen bewerten zu können. Unterliegen die Wasserkörper mehreren Belastungen aus Punktquellen, so können die Überwachungsstellen so gewählt werden, dass das Ausmaß und die Auswirkungen der Belastung aus Punktquellen insgesamt bewertet werden können.

b)

Bei Wasserkörpern, die durch eine signifikante Belastung aus diffusen Quellen gefährdet sind, werden für ausgewählte Wasserkörper Überwachungsstellen gewählt, um das Ausmaß und die Auswirkungen der Belastung aus diffusen Quellen bewerten zu können. Diese Wasserkörper sind so auszuwählen, dass sie für die relative Gefahr von Belastungen aus diffusen Quellen und für die relative Gefahr des Nichterreichens eines guten Zustands des Oberflächengewässers repräsentativ sind.

c)

Bei Wasserkörpern, die durch eine signifikante hydromorphologische Belastung gefährdet sind, werden für ausgewählte Wasserkörper Überwachungsstellen gewählt, um das Ausmaß und die Auswirkungen der hydromorphologischen Belastung bewerten zu können. Die Auswahl dieser Wasserkörper muss für die Gesamtauswirkungen der hydromorphologischen Belastung auf alle betreffenden Wasserkörper kennzeichnend sein.

1.2.3

Um das Ausmaß der Belastungen der Oberflächenwasserkörper zu bewerten, sind die Qualitätskomponenten zu überwachen, die für die Belastung des Oberflächenwasserkörpers kennzeichnend sind. Zur Beurteilung der Auswirkungen dieser Belastungen sind zu überwachen:

a)

die Parameter, die Indikatoren für die biologischen Qualitätskomponenten sind, die auf Belastungen der Wasserkörper am empfindlichsten reagieren,

b)

die eingeleiteten prioritären Stoffe und alle anderen Schadstoffe, die in signifikanten Mengen eingeleitet werden,

c)

die Parameter, die Indikatoren für die hydromorphologischen Komponenten sind, die auf die ermittelten Belastungen der Wasserkörper am empfindlichsten reagieren.

1.3

Überwachung zu Ermittlungszwecken

Die Überwachung zu Ermittlungszwecken ist durchzuführen,

a)

wenn die Gründe für Überschreitungen von Umweltqualitätsnormen unbekannt sind,

b)

wenn aus der Überblicksüberwachung hervorgeht, dass die Ziele, für den Oberflächenwasserkörper voraussichtlich nicht erfüllt werden können und noch keine operative Überwachung festgelegt worden ist. Ziel ist, die Gründe für die Nichterreichung der Ziele festzustellen oder

c)

um das Ausmaß und die Auswirkungen unbeabsichtigter Verschmutzungen festzustellen.

Für die Erstellung eines Maßnahmenprogramms und für die spezifischen Maßnahmen, die zur Beseitigung unbeabsichtigter Verschmutzungen erforderlich sind, sollen Informationen beschafft werden.

1.4

Überwachungsfrequenzen

Für den Zeitraum der überblicksweisen Überwachung sind in der Regel die in nachstehender Tabelle aufgeführten Frequenzen zur Überwachung der Parameter, die Indikatoren für die physikalisch-chemischen Komponenten der Wasserkörper sind, einzuhalten, es sei denn, dass nach dem aktuellen Wissensstand und nach fachbehördlicher Beurteilung größere Überwachungsintervalle gerechtfertigt sind. Die Überwachung in Bezug auf biologische oder hydromorphologische Merkmale ist während des Zeitraums der überblicksweisen Überwachung in der Regel mindestens einmal durchzuführen.

Im Rahmen der operativen Überwachung ist die für jeden Parameter erforderliche Überwachungsfrequenz so festzulegen, dass für eine zuverlässige Bewertung des Zustands der relevanten Merkmale der Oberflächenwasserkörper ausreichende Daten beschafft werden. In der Regel sollen bei der Überwachung die in nachstehender Tabelle aufgeführten Frequenzen nicht überschritten werden, es sei denn, dass nach dem aktuellen Wissenstand und fachbehördlicher Beurteilung größere Überwachungsintervalle gerechtfertigt sind. Die Frequenzen sollen so gewählt werden, dass ein annehmbarer Grad der Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Bewertung erreicht wird. Im Bewirtschaftungsplan ist die Einschätzung des von dem Überwachungssystem erreichten Grades der Zuverlässigkeit und der Genauigkeit zu dokumentieren.

Mit den gewählten Überwachungsfrequenzen muss der Schwankungsbreite bei den Parametern, die auf natürliche und auf anthropogene Ursachen zurückgehen, Rechnung getragen werden. Die Zeitpunkte, zu denen die Überwachung durchgeführt wird, sind so zu wählen, dass die Auswirkungen jahreszeitlich bedingter Schwankungen auf die Ergebnisse so gering wie möglich sind und sichergestellt wird, dass Veränderungen des Wasserkörpers als Auswirkungen anthropogener Belastungen ausgewiesen werden. Erforderlichenfalls sind in verschiedenen Jahreszeiten des selben Jahres zusätzliche Überwachungen durchzuführen:

Qualitätskomponente

Flüsse

Seen

Biologisch

 

 

Phytoplankton

sechs Monate

sechs Monate

Andere aquatische Flora

drei Jahre

drei Jahre

Makroinvertebraten

drei Jahre

drei Jahre

Fische

drei Jahre

drei Jahre

Hydromorphologisch

 

 

Kontinuität

sechs Jahre

 

Hydrologie

kontinuierlich

ein Monat

Morphologie

sechs Jahre

sechs Jahre

Physikalisch-chemisch

 

 

Wärmebedingungen

drei Monate

drei Monate

Sauerstoffgehalt

drei Monate

drei Monate

Salzgehalt

drei Monate

drei Monate

Nährstoffzustand

drei Monate

drei Monate

Versauerungszustand

drei Monate

drei Monate

sonstige Schadstoffe

drei Monate

drei Monate

Prioritäre Stoffe

ein Monat

ein Monat

Bei der überblicksweisen Überwachung gelten diese Anforderungen nur in einem Jahr des sechs Jahre laufenden Bewirtschaftungsplans. Bei guter Gewässerqualität und bei (weiterhin) nicht gegebener Gefährdung durch anthropogene Belastungen nach Anlage 2 muss die Überblicksüberwachung nur noch in jedem dritten Bewirtschaftungsplan durchgeführt werden.

Das Programm für die operative Überwachung kann während der Geltungsdauer des Bewirtschaftungsplans geändert werden, um insbesondere eine geringere Überwachungsfrequenz festzulegen, falls festgestellt wird, dass es sich um eine nichtsignifikante Auswirkung handelt oder die relevante Belastung aufgehört hat.

1.5

Zusätzliche Überwachungsanforderungen für Trinkwasserentnahmestellen und Schutzgebiete

1.5.1

Trinkwasserentnahmestellen

Entnahmestellen in Oberflächenwasserkörpern, die für die Entnahme von Trinkwasser mit einer durchschnittlichen täglichen Entnahme von mehr als 100 m 3 genutzt werden, sind als Überwachungsstellen auszuweisen und insoweit zusätzlich zu überwachen, als dies für die Erfüllung der Anforderungen an diese Entnahmestellen möglicherweise erforderlich ist. Diese Oberflächenwasserkörper sind in Bezug auf alle eingeleiteten, prioritären Stoffe sowie auf alle anderen in signifikanten Mengen eingeleiteten Stoffe, die sich auf den Zustand des Oberflächenwasserkörpers auswirken könnten und gemäß der Trinkwasserverordnung vom 21. Mai 2001 (BGBl. I S. 959), geändert durch Artikel 263 der Verordnung vom 25. November 2003 (BGBl. I S. 2304, 2337), überwacht werden, zu überwachen. Die Überwachung erfolgt in der nachfolgend angegebenen Frequenz.

Versorgte Bevölkerung

Frequenz

kleiner als 10000

viermal jährlich

10000 bis 30000

achtmal jährlich

größer als 30000

zwölfmal jährlich

1.5.2

Überwachungsanforderungen für Habitat- und Artenschutzgebiete nach § 10 Abs. 1 Nrn. 5, 6 und 8 des Bundesnaturschutzgesetzes

Oberflächenwasserkörper, die Habitat- und Artenschutzgebiete nach § 10 Abs. 1 Nrn. 5, 6 und 8 des Bundesnaturschutzgesetzes sind, sind in das operative Überwachungsprogramm einzubeziehen, sofern aufgrund der Abschätzung der Auswirkungen anthropogener Belastungen und der überblicksweisen Überwachung festgestellt wird, dass diese Gebiete die festgelegten Bewirtschaftungsziele möglicherweise nicht erfüllen.

Die Überwachung wird durchgeführt, um das Ausmaß und die Auswirkungen aller relevanten signifikanten Belastungen und erforderlichenfalls die Veränderungen des Zustands infolge der Maßnahmenprogramme zu beurteilen. Die Überwachung ist solange fortzuführen, bis die Gebiete die wasserbezogenen Anforderungen der Rechtsvorschriften erfüllen, nach denen sie ausgewiesen worden sind, und die für sie geltenden Bewirtschaftungsziele erreichen.

Die Anforderungen an die operative Überwachung ergeben sich aus Nr. 1.2.

2.

Normen für die Überwachung der Qualitätskomponenten

Die zur Überwachung der Typparameter verwendeten Methoden müssen den einschlägigen CEN/ISO-Normen oder anderen internationalen oder nationalen Normen entsprechen, die gewährleisten, dass Daten von gleichwertiger wissenschaftlicher Qualität und Vergleichbarkeit ermittelt werden.


Anlage 7

(zu § 9 )

Oberflächengewässer: Einstufung des ökologischen und chemischen Zustands, Darstellung der Überwachungsergebnisse

1.

Einstufung und Darstellung des ökologischen Zustands und des ökologischen Potenzials

1.1

Maßgebend für die Einstufung des ökologischen Zustands ist die jeweils schlechteste Bewertung der biologischen Qualitätskomponenten. Werden eine oder mehrere chemische Umweltqualitätsnormen gemäß Anlage 4 Nr. 2 nicht eingehalten, ist der ökologische Zustand höchstens mäßig. Für jede Flussgebietseinheit ist eine Karte zu erstellen, auf der die Einstufung des ökologischen Zustands für jeden Oberflächenwässerkörper gemäß der Farbkennung in der zweiten Spalte der nachstehenden Tabelle dargestellt wird, um die Einstufung des ökologischen Zustands des Oberflächenwasserkörpers wiederzugeben:

Einstufung des ökologischen Zustands

Farbkennung

sehr gut

blau

gut

grün

mäßig

gelb

unbefriedigend

orange

schlecht

rot

1.2

Maßgebend für die Einstufung des ökologischen Potenzials ist die jeweils schlechteste Bewertung der biologischen Qualitätskomponenten. Werden eine oder mehrere chemische Umweltqualitätsnormen gemäß Anlage 4 Nr. 2 nicht eingehalten, ist der ökologische Zustand höchstens mäßig. Für jede Flussgebietseinheit ist eine Karte zu erstellen, auf der die Einstufung des ökologischen Potenzials für jeden Oberflächenwasserkörper mit einer Farbkennung dargestellt wird, und zwar für künstliche Oberflächenwasserkörper gemäß der zweiten Spalte und für erheblich veränderte Oberflächenwasserkörper gemäß der dritten Spalte der nachstehenden Tabelle:

Einstufung des ökologischen Potenzials

Farbkennung

Künstliche Oberflächenwasserkörper

Erheblich veränderte Oberflächenwasserkörper

Gut und besser

gleich große grüne und hellgraue Streifen

gleich große grüne und dunkelgraue Streifen

mäßig

gleich große gelbe und hellgraue Streifen

gleich große gelbe und dunkelgraue Streifen

unbefriedigend

gleich große orangefarbene und hellgraue Streifen

gleich große orangefarbene und dunkelgraue Streifen

schlecht

gleich große rote und hellgraue Streifen

gleich große rote und dunkelgraue Streifen

1.3

Durch schwarze Punkte auf der Karte sind die Oberflächenwasserkörper kenntlich, zu machen, bei denen das Nichterreichen eines guten Zustands oder eines guten ökologischen Potenzials darauf zurückzuführen ist, dass eine oder mehrere der für die betreffenden Oberflächenwasserkörper festgelegten Umweltqualitätsnormen für spezifische synthetische und nichtsynthetische Schadstoffe gemäß Anlage 4 Nr. 2 (entsprechend der festgelegten Regelung der Einhaltung) nicht eingehalten worden sind.

2.

Einstufung und Darstellung des chemischen Zustands

Wenn ein Oberflächenwasserkörper alle einschlägigen Umweltqualitätsnormen nach Anlage 5 erfüllt, ist sein chemischer Zustand als „gut", anderenfalls als „nicht gut" einzustufen. Zur Einstufung des chemischen Zustands der Oberflächenwasserkörper sind für die Flussgebietseinheiten Karten mit folgenden Farbkennungen zu erstellen:

Einstufung des chemischen Zustands

Farbkennung

gut

blau

nicht gut

rot


Anlage 8

(zu § 10 )

Grundwasser: Beschreibung und Prüfung der Einwirkungen auf das Grundwasser

1.

Erstmalige Beschreibung

1.1

Für die erstmalige Beschreibung der Grundwasserkörper können vorhandene Daten, wie hydrologische, geologische, pedologische, Landnutzungs-, Einleitungs- und Entnahmedaten, verwendet werden.

1.2

Aus der Beschreibung muss mindestens Folgendes hervorgehen:

a)

Lage und Grenzen der Grundwasserkörper oder der Gruppen von Grundwasserkörpern,

b)

Belastungen, denen der oder die Grundwasserkörper ausgesetzt sein kann oder können, einschließlich

aa)

diffuser Schadstoffquellen,

bb)

punktueller Schadstoffquellen,

cc)

Grundwasserentnahmen und

dd)

künstliche Grundwasseranreicherungen,

c)

allgemeine Charakteristik der Deckschichten über dem Grundwasser im Einzugsgebiet, aus dem die Grundwasserneubildung erfolgt und

d)

Grundwasserkörper, von denen Oberflächengewässerökosysteme oder Landökosysteme direkt abhängig sind.

2.

Weitergehende Beschreibung

2.1

Die weitergehende Beschreibung der Grundwasserkörper muss die einschlägigen Informationen über die Auswirkungen relevanter menschlicher Tätigkeiten auf das Grundwasser und folgende Informationen enthalten, soweit diese für die Beurteilung des Grundwasserkörpers relevant sind:

a)

geologische Eigenschaften des Grundwasserleiters, einschließlich der Ausdehnung und des Typs der geologischen Einheiten,

b)

hydrogeologische Eigenschaften des Grundwasserleiters, einschließlich der Porosität, der Durchlässigkeit und des Spannungszustandes,

c)

Eigenschaften der Deckschichten und Böden des Einzugsgebiets, aus dem die Grundwasserneubildung erfolgt, einschließlich ihrer Mächtigkeit, Porosität, Durchlässigkeit und Adsorptionseigenschaften,

d)

Schichtungen im Grundwasser des Grundwasserkörpers,

e)

Bestandsaufnahme der Oberflächengewässer und Landökosysteme, die mit dem Grundwasserkörper in hydraulischer Verbindung stehen,

f)

Abschätzung der Grundwasserfließrichtung und der Wasseraustauschraten zwischen dem Grundwasserkörper und den in hydraulischer Verbindung stehenden Oberflächengewässern,

g)

ausreichende Daten für die Berechnung der langfristigen mittleren jährlichen Grundwasserneubildung und

h)

Beschreibung der chemischen Zusammensetzung des Grundwassers, einschließlich der Beiträge aus menschlichen Tätigkeiten. Bei der Festlegung der natürlichen Hintergrundwerte für diese Grundwasserkörper können Typologien für die Beschreibung von Grundwasser verwendet werden.

3.

Prüfung der Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten auf das Grundwasser

Nach § 10 Abs. 3 sind für alle Grundwasserkörper nach § 10 Abs. 1 Satz 2 folgende Informationen zu erfassen und aufzubewahren, sofern sie für die Beurteilung der Grundwässerkörper relevant sind:

3.1

Lage der Entnahmestellen, aus denen im Tagesdurchschnitt 10 m 3 und mehr Wasser entnommen wird;

a)

mittlere jährliche Entnahmemenge an diesen Stellen;

b)

chemische Zusammensetzung des dort entnommenen Wassers;

3.2

Lage der Trinkwasserentnahmestellen, aus denen im Tagesdurchschnitt 10 m 3 Wasser und mehr zur Trinkwasserversorgung entnommen werden oder 50 Personen und mehr versorgt werden;

a)

mittlere jährliche Entnahmemenge an diesen Stellen;

b)

chemische Zusammensetzung des dort entnommenen Wassers;

3.3

Lage der unmittelbaren Einleitungen von Wasser in das Grundwasser;

a)

Einleitungsmengen an diesen Stellen;

b)

chemische Zusammensetzung des eingeleiteten Wassers;

3.4

Landnutzung der Gebiete, in denen die Grundwasserneubildung stattfindet, einschließlich Einleitung von Schadstoffen und anthropogener Veränderungen im Hinblick auf die Grundwasserneubildung, wie Ableitung von Regenwasser und Abflüsse von versiegelten Flächen, künstliche Anreicherung, Einstau und Entwässerung.


Anlage 9

(zu § 11 Abs. 1 )

Grundwasser: Einstufung des mengenmäßigen Zustands

1.

Einstufungskriterium

Kriterium für die Einstufung ist der Grundwasserstand.

2.

Guter mengenmäßiger Zustand

Der mengenmäßige Zustand eines Grundwasserkörpers ist als gut einzustufen, wenn folgende Anforderungen erfüllt werden:

2.1

die Entwicklung der Grundwasserstände zeigt, dass die langfristige mittlere jährliche Grundwasserentnahme das verfügbare Grundwasserdargebot nicht übersteigt,

2.2

anthropogen bedingte Änderungen des Grundwasserstandes dürfen nicht dazu geführt haben oder zukünftig dazu führen, dass

a)

die Bewirtschaftungsziele nach §§ 25 a und 25 b des Wasserhaushaltsgesetzes für die Oberflächengewässer, die mit dem Grundwasserkörper in hydraulischer Verbindung stehen, nicht eingehalten werden,

b)

eine signifikante Verschlechterung der Qualität dieser Oberflächengewässer auftritt,

c)

eine signifikante Schädigung von Landökosystemen, die direkt von dem Grundwasserkörper abhängig sind, auftritt und

d)

als Folge von anthropogen bedingten, räumlich und zeitlich begrenzten Änderungen der Grundwasserfließrichtung Salzwasser oder sonstige Schadstoffe zuströmen können.

Wenn eine der unter Nummern 2.1 und 2.2 aufgeführten Anforderungen nicht erfüllt ist, ist der mengenmäßige Zustand des Grundwasserkörpers als schlecht einzustufen.


Anlage 10

(zu § 12 Abs. 1 )

Grundwasser: Einstufung des chemischen Zustands

1.

Einstufungskriterien

Kriterien für die Einstufung sind die Leitfähigkeit und die Konzentrationen von Schadstoffen.

2.

Guter chemischer Zustand

Ein Grundwasserkörper ist als gut einzustufen, wenn die im Grundwasser festgestellten Schadstoffkonzentrationen

2.1

keine Anzeichen für anthropogen bedingte Intrusionen von Salzen oder anderen Schadstoffen erkennen lassen, wobei Änderungen der Leitfähigkeit allein keinen ausreichenden Hinweis auf derartige Intrusionen geben,

2.2

die Werte von 50 mg/l für Nitrat und von 0,1 µg/l für Pflanzenschutzmittel und Biozide nicht überschreiten,

2.3

das Erreichen der Bewirtschaftungsziele in mit dem Grundwasser in hydraulischer Verbindung stellenden Oberflächengewässern nicht ausschließen,

2.4

keine signifikante Verschlechterung des ökologischen oder chemischen Zustands der Oberflächengewässer nach Nummer 2.3 zur Folge haben und

2.5

unmittelbar von dem Grundwasserkörper abhängende Landökosysteme nichtsignifikant schädigen können.

3.

Einstufung

3.1

Hinsichtlich der Anforderungen nach Nummer 2 sind zur Einstufung eines Grundwasserkörpers die Ergebnisse der Überwachung aller Messstellen dieses Grundwasserkörpers zu verwenden.

3.2

Zur Einstufung des chemischen Zustands sind von jeder Messstelle die Durchschnittswerte der Messungen der relevanten Schadstoffe sowie von Nitrat, Pflanzenschutzmitteln und Bioziden zu bilden.

3.3

Wenn die Anforderungen nach Nummer 2 erfüllt sind, ist der chemische Zustand des Grundwasserkörpers als gut einzustufen, wenn eine oder mehrere der Anforderungen nach Nummer 2 nicht erfüllt sind, ist er als schlecht einzustufen.


Anlage 11

(zu § 11 Abs. 2 )

Grundwasser: Überwachung des mengenmäßigen Zustands

1.

Messnetz

Das Messnetz zur Grundwasserüberwachung ist so einzurichten und zu betreiben, dass

a)

der mengenmäßige Zustand der Grundwasserkörper oder von Gruppen von Grundwasserkörpern einschließlich der verfügbaren Grundwasserressource,

b)

die von der Grundwasserbewirtschaftung hervorgerufenen Einwirkungen auf den Grundwasserstand im Grundwasserkörper sowie deren Auswirkungen auf direkt vom Grundwasser abhängige Landökosysteme

räumlich und zeitlich zuverlässig beurteilt werden können (repräsentatives Messnetz). Parameter für die mengenmäßige Überwachung ist der Grundwasserstand.

2.

Dichte und Überwachungsfrequenz des Messnetzes

2.1

Die Dichte der Messstellen des Messnetzes und die Häufigkeit der Messungen müssen die Abschätzung der Grundwasserstände jedes Grundwasserkörpers oder jeder Gruppe von Grundwasserkörpern unter Berücksichtigung kurz- und langfristiger Schwankungen der Grundwasserneubildung ermöglichen.

2.2

Bei Grundwasserkörpern nach § 10 Abs. 1 Satz 2 sind eine ausreichende Messstellendichte und Häufigkeit der Messungen zu gewährleisten, um die Auswirkung von Entnahmen und Einleitungen auf den Grundwasserstand beurteilen zu können.

3.

Darstellung des Messnetzes

Das Grundwasserüberwachungsnetz ist für den Bewirtschaftungsplan für die Flussgebietseinheit in einem geeigneten Maßstab in einer oder mehreren Karten darzustellen.


Anlage 12

(zu § 12 Abs. 2 und 3 )

Grundwasser: Überwachung des chemischen Zustands und der Schadstofftrends

1.

Messnetze

1.1

Zur Überwachung des chemischen Zustands der Grundwasserkörper sind Messnetze zur überblicksweisen Überwachung und gegebenenfalls zur operativen Überwachung einzurichten.

1.2

Die Messnetze müssen so errichtet und betrieben werden, dass eine kohärente und umfassende (repräsentative) Übersicht über den chemischen Zustand des Grundwassers in jedem Einzugsgebiet gegeben ist und ein langfristiges, anthropogen bedingtes Ansteigen von Schadstoffkonzentrationen (Trend) oder dessen Umkehr infolge von Maßnahmen erkannt werden kann.

1.3

Das Messnetz muss bei Grundwasserkörpern, aus denen mehr als 100 m 3 pro Tag Grundwasser zur Trinkwasserversorgung entnommen werden, zur Feststellung geeignet sein, ob das gewonnene Wasser unter Berücksichtigung der jeweils angewendeten Aufbereitungsverfahren den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht.

1.4

Die Messnetze sind für den Bewirtschaftungsplan für die Flussgebietseinheit in einer oder mehreren Karten in einem geeigneten Maßstab darzustellen.

1.5

Schätzungen des Zuverlässigkeits- und Genauigkeitsgrades der im Rahmen der Überwachung ermittelten Ergebnisse sind für die Erstellung des Bewirtschaftungsplans festzuhalten.

1.6

Die Ergebnisse der überblicksweisen Überwachung sind zur Ermittlung der Grundwasserkörper heranzuziehen, für die eine operative Überwachung vorzunehmen ist.

2.

Überblicksweise Überwachung

2.1

Die überblicksweise Überwachung dient

a)

der Ergänzung und Validierung der Verfahren zur Beurteilung anthropogener Auswirkungen auf das Grundwasser und

b)

dem Erkennen von Trends.

2.2

Unbeschadet der Anforderungen nach Nummer 1.2 ist für jeden Grundwasserkörper, nach § 10 Abs. 1 Satz 2 eine ausreichende Zahl von Messstellen auszuwählen.

2.3

Es müssen folgende Parameter bei allen ausgewählten Grundwasserkörpern gemessen werden

a)

Sauerstoff,

b)

pH-Wert,

c)

Leitfähigkeit,

d)

Nitrat und

e)

Ammonium.

2.4

Die Grundwasserkörper nach § 10 Abs. 1 Satz 2 sind zusätzlich auch auf die Parameter hin zu überwachen, die die Einwirkungen der Belastungen anzeigen.

3.

Operative Überwachung

3.1

Die operative Überwachung ist durchzuführen, um

a)

den chemischen Zustand der Grundwasserkörper oder der Gruppen von Grundwasserkörpern nach § 10 Abs. 1 Satz 2 festzustellen und

b)

erkannte Trends genauer zu untersuchen.

3.2

Die operative Überwachung ist bei allen Grundwasserkörpern oder Gruppen von Grundwasserkörpern nach § 10 Abs. 1 Satz 2 durchzuführen. Bei der Auswahl der Messstellen ist maßgebend, dass die an diesen Stellen gewonnenen Daten für den Zustand des jeweiligen Grundwasserkörpers oder der jeweiligen Gruppe von Grundwasserkörpern repräsentativ sind.

3.3

Die zu untersuchenden Parameter sind im Einzelfall unter Berücksichtigung der Parameter, die zur Gefährdung der Erreichung der Ziele führen, festzulegen.

3.4

Die Überwachung ist in Intervallen durchzuführen, die ausreichen, um die Auswirkungen der jeweiligen Belastungen festzustellen, mindestens jedoch einmal jährlich.

4.

Trendermittlung

Zur Ermittlung von Trends und der Umkehr dieser Trends sind die bei der überblicksweisen Überwachung und der operativen Überwachung gewonnenen Daten zu verwenden. Das Ausgangsjahr oder der Ausgangszeitraum für die Trendberechnung ist festzulegen. Die Trendberechnung ist für einen Grundwasserkörper oder eine Gruppe von Grundwasserkörpern durchzuführen. Eine Trendumkehr ist statistisch nachzuweisen, wobei der Grad der Genauigkeit anzugeben ist.


Anlage 13

(zu § 13 )

Grundwasser: Darstellung des mengenmäßigen und chemischen Zustands

Für den Bewirtschaftungsplan ist der nach den Anlagen 9 und 10 ermittelte Zustand jedes Grundwasserkörpers oder jeder Gruppe von Grundwasserkörpern in Karten darzustellen. Dabei sind der mengenmäßige und der chemische Zustand in getrennten Karten darzustellen.

1.

Mengenmäßiger Zustand

Für die Darstellung eines guten mengenmäßigen Zustands eines Grundwasserkörpers ist eine grüne Farbkennung und für die eines schlechten mengenmäßigen Zustands eine rote Farbkennung zu verwenden.

2.

Chemischer Zustand

Für die Darstellung eines guten chemischen Zustands eines Gründwasserkörpers ist eine grüne Farbkennung und für einen schlechten chemischen Zustand eine rote Farbkennung zu verwenden.

3.

Trenddarstellung

Grundwasserkörper, die einen signifikanten anhaltenden, anthropogen bedingten Trend der Zunahme der Schadstoffkonzentrationen aufweisen, sind mit einem schwarzen Punkt zu kennzeichnen, eine Trendumkehr ist durch einen blauen Punkt zu kennzeichnen. Trend und Trendumkehr sind auf der Karte für den chemischen Zustand darzustellen.