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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr
Aktenzeichen:42.21-23200
Erlassdatum:27.09.2016
Fassung vom:27.09.2016
Gültig ab:29.11.2016
Quelle:Wappen Sachsen-Anhalt
Gliederungs-Nr:2192
Fundstelle:MBl. LSA. 2016, 634
Erfassung, Darstellung und Nachweis der Geotopographie (Geotopographieerlass)

2192



Erfassung, Darstellung und Nachweis der Geotopographie
(Geotopographieerlass)



Erl. des MLV vom 27. 9. 2016 – 42.21-23200



Fundstelle: MBl. LSA 2016, S. 634





1.


1.1


1.1.1 Die Geotopographie des Landes besteht aus den topographischen Gegenständen und den Geländeformen. Topographische Gegenstände sind die künstlichen und natürlichen Objekte, die zur detaillierten Beschreibung und Charakterisierung der Landschaft erforderlich sind. Geländeformen sind die Formen der festen Erdoberfläche.



1.1.2 Der Nachweis der Geotopographischen Landesaufnahme ist das Ergebnis der Geländeaufnahme, bei der alle für die topographischen Basisinformationen relevanten topographischen Gegenstände und Geländeformen semantisch und geometrisch zeitnah erfasst und gespeichert werden.



1.1.3 Die Topographischen Landeskartenwerke sind die Gesamtheit der Karten der topographischen Maßstabsfolge, die die Ergebnisse der Geotopographischen Landesaufnahme auf einheitlicher geodätischer Grundlage, in einem einheitlichen Blattschnitt und in einem einheitlichen kartographischen Duktus wiedergeben.



1.1.4 In der Landesluftbildsammlung werden Luftbilder, Digitale Orthophotos, Ergebnisse von Laserscanmessungen, Satellitenbilder und andere Fernerkundungsergebnisse vorgehalten. Luftbilder bieten jeweils ein vollständiges, auf den Zeitpunkt der Aufnahme bezogenes Abbild von Teilen der Erdoberfläche. Digitale Orthophotos sind georeferenzierte Rasterdaten differenziell entzerrter Luftbilder, welche geometrisch der abgebildeten Geländeoberfläche entsprechen.



1.1.5 Im Geotopographischen Basisinformationssystem werden



a)
die Ergebnisse der Geotopographischen Landesaufnahme,


b)
die Topographischen Landeskartenwerke und


c)
die Digitalen Orthophotos


geführt. Das Geotopographische Basisinformationssystem ist Bestandteil des Geobasisinformationssystems des Landes Sachsen-Anhalt.



1.2


1.2.1 Der Nachweis der Geotopographischen Landesaufnahme ist Grundlage für die Herstellung der Topographischen Landeskartenwerke und dient dem Aufbau von raumbezogenen Fachinformationssystemen der Verwaltung, der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Landesverteidigung.



1.2.2 Die Topographischen Landeskartenwerke stellen ein aktuelles, geometrisch genaues und dem jeweiligen Maßstab entsprechendes vollständiges Abbild der Erdoberfläche dar. Sie dienen als Planungsgrundlage, als Grundlage für thematische Karten oder für Fachinformationssysteme in Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Landesverteidigung.



1.2.3 Der Inhalt der Landesluftbildsammlung hat einen hohen dokumentarischen Wert für die Geotopographische Landesaufnahme, das Liegenschaftskataster sowie für andere öffentliche Aufgaben. Die Landesluftbildsammlung hat gleichzeitig eine eigenständige Bedeutung und Funktion als öffentlich-rechtliches Register.



1.2.4 Das Geotopographische Basisinformationssystem ist eine amtliche, ständig aktualisierte Basisfestlegung als Raumbezugs- und Organisationsgrundlage für Fachinformationen und hat normprägenden Charakter für alle raum- und landschaftsbezogenen Fachinformationssysteme im Land. Es muss nach Inhalt und Form den Anforderungen der Verwaltung, der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Bürgerinnen und Bürger sowie der Landesverteidigung genügen. Ergänzend zum Nachweis der Geotopographischen Landesaufnahme, zu den Topographischen Landeskartenwerken sowie der Landesluftbildsammlung können in Abstimmung mit der obersten Vermessungs- und Geoinformationsbehörde des Landes Sachsen-Anhalt weitere Präsentationen und Produkte erstellt werden.



1.3


Das Geotopographische Basisinformationssystem ist auf der einheitlichen Raumbezugsgrundlage der Amtlichen Bezugssysteme für die Lage, die Höhe und die Schwere gemäß dem Raumbezugserlass zu führen.



1.4


1.4.1 Zur zeitnahen Erfassung topographischer Veränderungen sind im Rahmen der Vorlagepflicht nach § 3 des Vermessungs- und Geoinformationsgesetzes Sachsen-Anhalt (VermGeoG LSA) kontinuierliche Informationsbeziehungen mit Verursachern topographischer Veränderungen sowohl aus dem öffentlichen als auch dem privatwirtschaftlichen Bereich herzustellen.



1.4.2 Zur Gewährleistung homogener Übergänge der Daten an den Landesgrenzen ist mit den Geoinformationsverwaltungen der benachbarten Bundesländer zusammenzuarbeiten.



1.5


1.5.1 Der Nachweis der Geotopographischen Landesaufnahme ist so vorzuhalten und zu sichern, dass eine dauerhafte Verfügbarkeit gewährleistet ist. Entstehung und Fortführung des Nachweises der Geotopographischen Landesaufnahme sind zu dokumentieren.



1.5.2 Die Topographischen Landeskartenwerke sind zu sichern. Entstehung, Bearbeitung und Aktualisierung der Kartenblätter sind zu dokumentieren.



1.5.3 Die Landesluftbildsammlung ist zu sichern. Die in die Landesluftbildsammlung übernommenen Materialien sind dauerhaft sicher aufzubewahren und zu dokumentieren.





2.


2.1


2.1.1 Die zu erfassenden topographischen Gegenstände und Geländeformen müssen hinreichend ortsfest und dauerhaft sein. Sie sind nach ihren Umrissen, Achsen oder Mittelpunkten auf der Grundlage der Amtlichen Bezugssysteme geometrisch und mit ihrer semantischen Information zu erfassen.



2.1.2 Die Erfassung der topographischen Gegenstände und Geländeformen hat der Basisfunktion für raumbezogene Fachinformationssysteme zu genügen.



2.1.3 Die Erfassung der topographischen Gegenstände und Geländeformen beinhaltet einen Modellierungsprozess. Das Ergebnis ist das Digitale Basis-Landschaftsmodell (ATKIS®-Basis-DLM) und das Digitale Geländemodell (ATKIS®-DGM). Inhalt und Struktur sind in der Dokumentation zur Modellierung der Geoinformationen des Amtlichen Vermessungswesens (GeoInfoDok) definiert. Die Vollständigkeit der Erfassung ist durch die Erfassungs- und Prüfverfahren zu gewährleisten.



2.1.4 Aus dem ATKIS®-Basis-DLM werden durch Modellgeneralisierung DLM mit höherem Abstraktionsgrad abgeleitet. Dies sind das ATKIS®-DLM50, das ATKIS®-DLM250 und das ATKIS®-DLM1000. Das ATKIS®-DLM250 und das ATKIS®-DLM1000 werden auf der Grundlage von Verwaltungsvereinbarungen bundesweit bearbeitet und geführt. Hiervon wird die Länderzuständigkeit nicht berührt.



2.2


2.2.1 Der Fortführungszyklus der Geotopographischen Landesaufnahme beträgt drei Jahre.



2.2.2 Zur Gewährleistung des Fortführungszyklusses ist die Landesfläche alle zwei Jahre zu befliegen. Hierzu wird ein langfristig festgelegtes Bildflugprogramm aufgestellt.



2.2.3 Für besonders bedeutende Objektarten und ihre Attribute ist eine Spitzenaktualität festgelegt.



2.2.4 Quellen für die Informationsgewinnung über topographische Veränderungen sind:



a)
Luftbilder, Digitale Orthophotos, Ergebnisse von Laserscanmessungen, Satellitenbilder und andere Fernerkundungsergebnisse,


b)
das Basisinformationssystem Liegenschaftskataster und die Fachinformationssysteme anderer Stellen,


c)
Informationen von überregionalen und regionalen Verursachern,


d)
Ergebnisse der terrestrischen topographischen Vermessungen sowie


e)
amtliche Verlautbarungen.


2.2.5 Entsprechend dem Stand der Wissenschaft und der Technik sind automatische Verfahren zur Erkennung von Veränderungen bei der Fortführung der Geotopographischen Landesaufnahme anzuwenden.



2.3


2.3.1 Der Nachweis der Geotopographischen Landesaufnahme wird mit dem Verfahren Amtliches Topographisch-Kartographisches Informationssystem (ATKIS®) geführt.



2.3.2 Bestandteile des Nachweises der Geotopographischen Landesaufnahme sind:



a)
das Digitale Basis-Landschaftsmodell (ATKIS®-Basis-DLM) und


b)
das Digitale Geländemodell (ATKIS®-DGM).


2.3.3 Das ATKIS®-Basis-DLM ist ein maßstabsunabhängiger und blattschnittfreier Grunddatenbestand, in dem topographische Gegenstände und Geländeformen zweidimensional, optional mit Angabe einer relativen Höhe, geführt werden.



2.3.4 Das ATKIS®-DGM ist ein digitales numerisches, auf ein regelmäßiges Gitter reduziertes Modell der Geländehöhen und -formen der Erdoberfläche.





3.


3.1


3.1.1 Die Topographischen Landeskartenwerke stellen das Landesgebiet vollständig in jeweils gleichem Maßstab und Blattschnitt sowie in einheitlicher Gestaltung, kartographischer Darstellung, maßstabsbedingter Vollständigkeit und Genauigkeit dar. Sie werden auf der Grundlage des Nachweises der Geotopographischen Landesaufnahme hergestellt und blattschnittfrei digital für die gesamte Landesfläche im Verfahren Digital geführte Topographische Karte (DTK-Verfahren) geführt.



3.1.2 Die Topographischen Landeskartenwerke werden unter Verwendung von automatischen Generalisierungsprozessen (Modellgeneralisierung und automatische kartographische Generalisierung) aus den Digitalen Landschaftsmodellen in vier Maßstabsbereichen abgeleitet:



a)
aus dem ATKIS®-Basis-DLM der Maßstabsbereich 1:10 000 bis 1:50 000,


b)
aus dem ATKIS®-DLM50 der Maßstabsbereich 1:50000 bis 1:200 000,


c)
aus dem ATKIS®-DLM250 der Maßstabsbereich 1:200 000 bis 1:500 000 sowie


d)
aus dem ATKIS®-DLM1000 der Maßstabsbereich 1:500 000 und kleiner.


3.1.3 Im Maßstabsbereich 1:10 000 bis 1:50 000 werden die Topographischen Karten in den Maßstäben 1:10 000 und 1:25 000 hergestellt. Im Maßstabsbereich 1:50 000 bis 1:200 000 werden die Topographischen Karten in den Maßstäben 1:50 000 und 1:100 000 hergestellt.



3.1.4 In den Maßstabsbereichen 1:200 000 und kleiner werden auf der Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung digital geführte Topographische Landeskartenwerke bundesweit abgeleitet und bearbeitet. Hiervon wird die Länderzuständigkeit nicht berührt.



3.1.5 Inhalt, Umfang und Layoutgestaltung sind in bundeseinheitlich abgestimmten Signaturenkatalogen festgelegt.



3.2


3.2.1 Die Topographischen Landeskartenwerke werden im Zyklus der Geotopographischen Landesaufnahme (Nummer 2.2.1) fortgeführt.



3.2.2 Auf der Grundlage der Maßnahmen zur Spitzenaktualität können im Bedarfsfall Kartenblätter auch in kürzeren Intervallen fortgeführt werden.



3.2.3 Nicht mehr fortgeführte Topographische Karten können in digitalen Bereitstellungsformen dauerhaft gespeichert werden.



3.3


3.3.1 Die Topographischen Landeskartenwerke können in digitalen und analogen Bereitstellungsformen herausgegeben werden.



3.3.2 Die Herausgabe Topographischer Landeskartenwerke in Form digitaler Rasterdaten erfolgt für die gesamte Landesfläche bis zur Landesgrenze.



3.3.3 Topographische Karten in analogen Bereitstellungsformen (Kartendruck, Plot) werden bei Bedarf herausgegeben.



3.3.4 Die Herausgabe analoger Kartenblätter der Topographischen Landeskartenwerke erfolgt durch das Bundesland, in dem der flächengrößte Teil des Kartenblattes liegt.



3.3.5 Auf der Grundlage von Verwaltungsvereinbarungen werden gemeinsame „Zivil-Militärische-Ausgaben“ für die Topographischen Landeskartenwerke 1:50 000 und 1:100 000 nach bundeseinheitlichen Vorgaben mit besonderen zusätzlichen Darstellungen herausgegeben.



3.3.6 Mit Genehmigung der Obersten Vermessungs- und Geoinformationsbehörde können Sonderausgaben der Topographischen Landeskartenwerke hergestellt und herausgegeben werden.





4.


4.1


4.1.1 In die Landesluftbildsammlung sind Luftbilder, Digitale Orthophotos, Ergebnisse der Laserscanmessungen, Satellitenbilder und andere Fernerkundungsergebnisse aufzunehmen, die im Auftrag des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt, anderer öffentlicher Stellen, natürlicher und juristischer Personen des Privatrechts angefertigt wurden und die für die Geotopographische Landesaufnahme, das Liegenschaftskataster oder als Dokumentation für andere Aufgaben der öffentlichen Verwaltung von Bedeutung sind.



4.1.2 Für die Aufnahme von Materialien öffentlicher Stellen in die Landesluftbildsammlung erfolgt keine Kostenerstattung, notwendige Auslagen sind zu erstatten.



4.1.3 Materialien aus Bildflügen anderer Stellen, die aufgrund der Meldepflicht gemäß § 8 Abs. 3 VermGeoG LSA der Vermessungs- und Geoinformationsverwaltung vorzulegen sind, sind danach zu beurteilen, ob sie dem Zweck der Landesluftbildsammlung dienen. Die Entscheidung über die Aufnahme in die Landesluftbildsammlung ist im Einzelfall und unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte zu treffen.



4.1.4 Photogrammetrische Erzeugnisse natürlicher und juristischer Personen des Privatrechts sind nach der Maßgabe des § 8 Abs. 2 VermGeoG LSA aufzunehmen, soweit die Vorlage zumutbar ist und ein berechtigtes Privatinteresse nicht gefährdet wird.



4.1.5 Der Basisfunktion der Landesluftbildsammlung gerecht werdend, sind öffentliche Stellen über die Bildflugplanung des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt zu informieren, damit eine Abstimmung mit den Befliegungen anderer öffentlicher Stellen erfolgen kann.



4.2


4.2.1 Die Führung der Landesluftbildsammlung erfolgt digital.



4.2.2 Für Bildflüge, die im Auftrag des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt erfolgen, werden grundsätzlich nur die aus diesen Bildflügen abgeleiteten Digitalen Orthophotos in der Landesluftbildsammlung aufgenommen. Für den aktuellen Bildflugzyklus sind darüber hinaus für das gesamte Landesgebiet die digitalen Luftbilder zur Auswertung vorzuhalten.





5.


Dieser Erl. tritt am Tag nach der Veröffentlichung in Kraft. Gleichzeitig treten die Verwaltungsvorschriften zur Erfassung, zum Nachweis und zur Darstellung der Geotopographie des LVermGeo vom 1. 8. 2008 – 3.13-23200 – (n. v.) außer Kraft.





An
das Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt

 


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