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Aktuelle Gesamtausgabe
Änderungshistorie
juris-Abkürzung:TrinkwQualV ST
Ausfertigungsdatum:17.04.1997
Gültig ab:23.04.1997
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Sachsen-Anhalt
Fundstelle:GVBl. LSA 1997, 483, 513
Gliederungs-Nr:753.6
Verordnung über die Qualitätsanforderungen an
oberirdische Gewässer für die Trinkwassergewinnung
und deren Überwachung
Vom 17. April 1997
Zum 15.11.2019 aktuellste verfügbare Fassung der Gesamtausgabe
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: Berichtigung GVBl. LSA 1997 S. 513

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Auf Grund von § 67 Nrn. 1, 3 und 4 des Wassergesetzes für das Land Sachsen-Anhalt (WG LSA) vom 31. August 1993 (GVBl. S. 477), geändert durch Artikel 3 des Gesetzes zum Enteignungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt und zur Änderung des Denkmalschutzgesetzes und des Wassergesetzes vom 13. April 1994 (GVBl. LSA S. 508) , wird verordnet:

§ 1
Zweck der Verordnung

Diese Verordnung dient der Umsetzung der Richtlinie 75/440/EWG des Rates vom 16. Juni 1975 über die Qualitätsanforderungen an Oberflächenwasser für die Trinkwassergewinnung in den Mitgliedstaaten (ABl. EG Nr. L 194 S. 34) sowie der Richtlinie 79/869/EWG des Rates vom 9. Oktober 1979 über die Meßmethoden sowie über die Häufigkeit der Probenahmen und der Analysen des Oberflächenwassers für die Trinkwassergewinnung in den Mitgliedstaaten (ABl. EG Nr. L 271 S. 44).

§ 2
Anwendungsbereich

(1) Diese Verordnung gilt für die Entnahme von Wasser für die öffentliche Wasserversorgung aus oberirdischen Gewässern. Sie gilt nicht für Entnahme zum Zwecke der Grundwasseranreicherung.

(2) Andere Rechtsvorschriften über die Entnahme von Wasser aus Gewässern bleiben unberührt.

§ 3
Zulässigkeit von Wasserentnahmen

(1) Die Entnahme von Wasser aus einem Gewässer im Sinne des § 2 Abs. 1 Satz 1 ist nur zulässig, wenn das Gewässer

1.

in der Anlage 1 aufgeführt ist und

2.

den für die jeweilige Kategorie maßgebenden Qualitätsanforderungen gemäß der Anlage 2 entspricht.

Bestehende wasserrechtliche Nutzungsgenehmigungen nach dem Wassergesetz vom 2. Juli 1982 (GBl. I S. 467) sind entsprechend an diese Verordnung anzupassen.

(2) Die Vorschriften des Artikels 5 der Richtlinie 75/440/EWG sowie der Artikel 3 bis 7 der Richtlinie 79/869/EWG in der jeweils geltenden Fassung sind für die Einhaltung der Qualitätsanforderungen gemäß der Anlage 2 maßgebend. Für die Überwachung gelten die §§ 62 , 63 und 149 WG LSA .

(3) Die Häufigkeit der Probenahmen und der Analysen ist in der Anlage 3 vorgeschrieben. Proben werden an den in Anlage 3 Spalte 3 genannten Stellen entnommen.

§ 4
Ausnahmen, Meldepflichten

(1) Ausnahmen von den Anforderungen des § 3 Abs. 1 Satz 1 sind nur zulässig,

1.

wenn das entnommene Wasser durch Aufbereitung eine Qualität erhält, die den Anforderungen für Trinkwasser entspricht,

2.

bei Überschwemmungen und Naturkatastrophen,

3.

für die in Anlage 2 mit "(O)" gekennzeichneten Parameter, wenn außergewöhnliche meteorologische oder geographische Verhältnisse vorliegen,

4.

wenn die in der Anlage 2 festgelegten Werte auf Grund natürlicher Anreicherungen überschritten werden,

5.

bei Seen/Talsperren mit einer Tiefe bis zu 20 m, in denen die Erneuerung des Wassers mehr als ein Jahr in Anspruch nimmt und in die keine Abwässer eingeleitet werden, für die in Anlage 2 mit "*" gekennzeichneten Parameter.

(2) Ausnahmen nach Absatz 1 oder einen Verstoß gegen § 3 Abs. 1 Satz 1 hat das Unternehmen der öffentlichen Wasserversorgung unverzüglich der zuständigen Wasserbehörde anzuzeigen.

§ 5
Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Magdeburg, den 17. April 1997.

Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und
Umwelt
des Landes Sachsen-Anhalt

In Vertretung

König

Anlage 1

(zu § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 )

Verzeichnis
der eingestuften Gewässer mit Entnahmestellen

 

Bezeichnung

Gewässer

Entnahmestelle

Landkreis

Kategorie *

1

2

3

4

5

6

1

Rappbodetalsperre einschl. Überleitungssperre

Rappbode

Staubauwerk

Wernigerode

A 1

2

Zillierbachtalsperre

Zillierbach

Staubauwerk

Wernigerode

A 1

3

Rappbodevorsperre

Rappbode

Staubauwerk

Wernigerode

A 1

4

Bachwasserentnahme Schierke/Schwarzes Schluff

Schwarzes Schluff

Bach Schwarzes Schluff oberhalb Schierke vor Mündung in die Kalte Bode

Wernigerode

A 2

5

Bachwasserentnahme Ilsenburg/Ilse

Ilse

Bach Ilse am Fuße der Paternosterklippe

Wernigerode

A 2

6

Teufelsteich Neudorf

Teufelsgrundbach

Staubauwerk

Quedlinburg

A 2

Fußnoten

*

Kategorie entsprechend Anhang I der Richtlinie 75/440/EWG des Rates vom 16. Juni 1975 über die Qualitätsanforderungen an Oberflächenwasser für die Trinkwassergewinnung in den Mitgliedstaaten (ABl. EG Nr. L 194 S. 34), geändert durch Richtlinie 79/869/EWG des Rates vom 9. Oktober 1979 über die Meßmethoden sowie über die Häufigkeit der Probenahmen und der Analysen des Oberflächenwassers für die Trinkwassergewinnung in den Mitgliedstaaten (ABl. EG Nr. L 271 S. 44).

Anlage 2

(zu § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 )

Qualitätsanforderungen
von zur Trinkwassergewinnung bestimmten oberirdischen Gewässern

 

Parameter

A 1
G

A 1
I

A 2
G

A 2
I

A 3
G

A 3
I

1

2

3

4

5

6

7

8

 

Parametergruppe I

 

 

 

 

 

 

1

pH

 

6,5 - 8,5

 

5,5 - 9

 

5,5 - 9

 

2

Färbung nach (einfachem Filtern)

mg/l Pt-Skala

10

20 (O)

50

100 (O)

50

200 (O)

3

Suspendierte Stoffe insgesamt

mg/l MES

25

 

 

 

 

 

4

Temperatur

°C

22

25 (O)

22

25 (O)

22

25 (O)

5

elektrische Leitfähigkeit

ms/cm *-1* bei 20° C

1000

 

1000

 

1000

 

6

Geruchsschwellenwert

(Verdünnungsfaktor bei 25 °C)

3

 

10

 

20

 

7 *

Nitrat

mg/l NO 3

25

50 (O)

 

50 (O)

 

50 (O)

28

Chlorid

mg/l Cl

200

 

200

 

200

 

30 * (2)

Phosphat

mg/l P 2 O 5

0,4

 

0,7

 

0,7

 

35 *

Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)

mg/l O 2

 

 

 

 

30

 

36 *

Sauerstoffsättigungsindex

% O 2

> 70

 

> 50

 

> 30

 

37 *

Biochemischer Sauerstoffbedarf bei 20 °C ohne Nitrifikation (BSB 6 ).

mg/l O 2

< 3

 

< 5

 

< 7

 

39

Ammonium

mg/l NH 4

0,05

 

1

1,5

2

4 (O)

 

Parametergruppe II

 

 

 

 

 

 

10 *

Eisen (gelöst)

mg/l Fe

0,1

0,3

1

2

1

 

11 *

Mangan

mg/l Mn

0,05

 

0,1

 

1

 

12

Kupfer

mg/l Cu

0,02

0,05 (O)

0,05

 

1

 

13

Zink

mg/l Zn

0,5

3

1

5

1

5

27

Sulfat

mg/l SO 4

150

250

150

250 (O)

150

250 (O)

29

Grenzflächenaktive Stoffe (Methylenblauaktiv)

mg/l (Laurylsulfat)

0,2

 

0,2

 

0,5

 

31

Phenole (Phenolzahl) p-Nitroanilin 4 Aminoantipyrin

mg/l C 6 H 5 OH

 

0,001

0,001

0,005

0,01

0,1

38

Kjeldahl-Stickstoff (außer NO 3 )

mg/l N

1

 

2

 

3

 

43

Gesamtcoliforme bei 37 °C

/100 ml

50

 

5000

 

50000

 

44

Fäkalcoliforme

/100 ml

20

 

2000

 

20000

 

 

Parametergruppe III

 

 

 

 

 

 

8 (1)

Fluorid

mg/l F

0,7/1

1,5

0,7/1,7

 

0,7/1,7

 

14

Bor

mg/l B

1

 

1

 

1

 

19

Arsen

mg/l As

0,01

0,05

 

0,05

0,05

0,1

20

Kadmium

mg/l Cd

0,001

0,005

0,001

0,005

0,001

0,005

21

Chrom gesamt

mg/l Cr

 

0,05

 

0,05

 

0,05

22

Blei

mg/l Pb

 

0,05

 

0,05

 

0,05

23

Selen

mg/l Se

 

0,01

 

0,01

 

0,01

24

Quecksilber

mg/l Hg

0,0005

0,001

0,0005

0,001

0,0005

0,001

25

Barium

mg/l Ba

 

0,1

 

1

 

1

26

Zyanid

mg/l Cn

 

0,05

 

0,05

 

0,05

32

Gelöste oder emulgierte Kohlenwasserstoffe (nach Extraktion durch Petroläther)

mg/l

 

0,05

 

0,2

0,5

1

33

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

mg/l

 

0,0002

 

0,0002

 

0,001

34

Pestizide - gesamt (Parathion, HCH, Dieldrin)

mg/l

 

0,001

 

0,0025

 

0,005

40

Chloroformextrahierbare Stoffe

mg/l SEC

0,1

 

0,2

 

0,5

 

45

Fäkalstreptokokken

/100 ml

20

 

1000

 

10000

 

46

Salmonellen

 

nicht nachweisbar in 5000 ml

 

nicht nachweisbar in 1000 ml

 

 

 

l = (imperativ) = zwingender Wert,

G = (guide) = Leitwert,

O = außergewöhnliche klimatische oder geographische Verhältnisse.

(1) Die angegebenen Werte stellen entsprechend der durchschnittlichen Jahrestemperatur festgelegte Höchstgrenzen dar (hohe und niedrige Temperatur).

(2) Dieser Parameter wird aufgenommen, um den ökologischen Erfordernissen bestimmter Umweltmedien zu genügen.

Fußnoten

*

ehe § 4 Abs. 1 Nr. 5

*

ehe § 4 Abs. 1 Nr. 5

*

ehe § 4 Abs. 1 Nr. 5

*

ehe § 4 Abs. 1 Nr. 5

*

ehe § 4 Abs. 1 Nr. 5

*

ehe § 4 Abs. 1 Nr. 5

*

ehe § 4 Abs. 1 Nr. 5

Anlage 3

(zu § 3 Abs. 3 )

Häufigkeit
der Probenahmen und Analysen

 

Bezeichnung des Gewässers

Entnahmestelle

Versorgte
Einwohner

Jährliche Anzahl der Probenahmen und
Analysen für die Parametergruppen gemäß
Anlage 2

Parameter
Gruppe I

Parameter
Gruppe II

Parameter
Gruppe III

1

2

3

4

5

6

7

1

Rappbodetalsperre einschließlich Überleitungssperre

Staubauwerk

1.190000

8

6

1

2

Zillierbachtalsperre

Staubauwerk

27000

3

1

1 *)

3

Rappbodevorsperre

Staubauwerk

4100

2

1

1

4

Bachwasserentnahme Schierke/Schwarzes Schluff

Bach Schwarzes Schluff oberhalb Schierke vor Mündung in die Kalte Bode

5600

2

1

1 *)

5

Bachwasserentnahme Ilsenburg/Ilse

Bach Ilse am Fuße der Paternosterklippe

7000

2

1

1 *)

6

Teufelsteich Neudorf

Staubauwerk

3500

2

1

1 *)

Fußnoten

*)

Probenahmen und Analysen ab 1998 alle zwei Jahre, nach Maßgabe von Artikel 7 der Richtlinie 79/869/EWG

*)

Probenahmen und Analysen ab 1998 alle zwei Jahre, nach Maßgabe von Artikel 7 der Richtlinie 79/869/EWG

*)

Probenahmen und Analysen ab 1998 alle zwei Jahre, nach Maßgabe von Artikel 7 der Richtlinie 79/869/EWG

*)

Probenahmen und Analysen ab 1998 alle zwei Jahre, nach Maßgabe von Artikel 7 der Richtlinie 79/869/EWG