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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt
Aktenzeichen:51.2-60120/8.3
Erlassdatum:22.07.2015
Fassung vom:26.09.2017
Gültig ab:18.08.2017
Quelle:Wappen Sachsen-Anhalt
Gliederungs-Nr:780
Fundstelle:MBl. LSA. 2016, 3
Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen im Rahmen des Agrarinvestitionsförderungsprogramms (AFP-Richtlinie)

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis


780



Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen
im Rahmen des Agrarinvestitionsförderungsprogramms
(AFP-Richtlinie)



RdErl. des MLU vom 22. 7. 2015 – 51.2-60120/8.3



Fundstelle: MBl. LSA 2016, S. 3
Zuletzt geändert durch RdErl. des MULE vom 26.09.2017 (MBl. LSA 2018, S. 187)





1.




1.1


Die Zuwendungen werden nach Maßgabe



a)
der Landeshaushaltsordnung des Landes Sachsen-Anhalt (LHO) vom 30. 4. 1991 (GVBl. LSA S. 35), zuletzt geändert durch Artikel 10 des Gesetzes vom 17. 2. 2012 (GVBl. LSA S. 52, 54), sowie der Verwaltungsvorschriften zur Landeshaushaltsordnung (VV-LHO, RdErl. des MF vom 1. 2. 2001, MBl. LSA S. 241, zuletzt geändert durch RdErl. vom 28. 1. 2013, MBl. LSA S. 73),


b)
der Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. 12. 2013 mit gemeinsamen Bestimmungen über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, den Europäischen Sozialfonds, den Kohäsionsfonds, den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und den Europäischen Meeres- und Fischereifonds sowie mit allgemeinen Bestimmungen über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, den Europäischen Sozialfonds, den Kohäsionsfonds und den Europäischen Meeres- und Fischereifonds und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1083/ 2006 des Rates (ABl. L 347 vom 20. 12. 2013, S. 320),


c)
der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. 12. 2013 über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 (ABl. L 347 vom 20. 12. 2013, S. 487), zuletzt geändert durch Delegierte Verordnung (EU) Nr. 1378/2014 (ABl. L 367 vom 24. 12. 2014, S. 16),


d)
der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 807/2014 der Kommission vom 11. 3. 2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und zur Einführung von Übergangsvorschriften (ABl. L 227 vom 31. 7. 2014, S. 1),


e)
der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 808/2014 der Kommission vom 17. 7. 2014 mit Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. 12. 2013 über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) (ABl. L 227 vom 31. 7. 2014, S. 18),


f)
der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. 12. 2013 über die Finanzierung, die Verwaltung und das Kontrollsystem der Gemeinsamen Agrarpolitik und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 352/78, (EG) Nr. 165/94, (EG) Nr. 2799/98, (EG) Nr. 814/2000, (EG) Nr. 1290/2005 und (EG) Nr. 485/2008 des Rates einschließlich der einschlägigen dazu erlassenen delegierten Verordnungen und Durchführungsrechtsakte (ABl. L 347 vom 20. 12. 2013, S. 549), geändert durch Verordnung (EU) Nr. 1310/2013 (ABl. L 347 vom 20. 12. 2013, S. 865),


g)
der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 640/2014 der Kommission vom 11. 3. 2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf das integrierte Verwaltungs- und Kontrollsystem und die Bedingungen für die Ablehnung oder Rücknahme von Zahlungen sowie für Verwaltungssanktionen im Rahmen von Direktzahlungen, Entwicklungsmaßnahmen für den ländlichen Raum und der Cross-Compliance (ABl. L 181 vom 20. 6. 2014, S. 48),


h)
der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 809/2014 der Kommission vom 17. 7. 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich des integrierten Verwaltungs-und Kontrollsystems, der Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums und der Cross Compliance (ABl. L 227 vom 31. 7. 2014, S. 69),


i)
der Rahmenregelung der Europäischen Union für staatliche Beihilfen im Agrar- und Forstsektor und in ländlichen Gebieten 2014-2020 (ABl. C 204 vom 1. 7. 2014, S. 1),


j)
der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 der Kommission vom 25. 6. 2014 zur Feststellung der Vereinbarkeit bestimmter Arten von Beihilfen im Agrar- und Forstsektor und in ländlichen Gebieten mit dem Binnenmarkt in Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (ABl. L 193 vom 1. 7. 2014, S. 1),


k)
der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates vom 28. 6. 2007 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 (ABl. L 189 vom 20. 7. 2007, S. 1; L 300 vom 18. 10. 2014, S. 72), zuletzt geändert durch Verordnung (EU) Nr. 517/2013 (ABl. L 158 vom 10. 6. 2013, S. 1),


l)
des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum des Landes Sachsen-Anhalt (EPLR) Förderzeitraum 2014-2020 vom 12. 12. 20141,


m)
des GAK-Gesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. 7. 1988 (BGBl. I S. 1055), zuletzt geändert durch Artikel 9 des Gesetzes vom 9. 12. 2010 (BGBl. I S. 1934, 1937), in Verbindung mit dem jeweils geltenden GAK-Rahmenplan, Förderbereich 2: Förderung landwirtschaftlicher Unternehmen, Teil A – Einzelbetriebliche Förderung,


n)
des Gesetzes über die Alterssicherung der Landwirte vom 29. 7. 1994 (BGBl. I S. 1890, 1891), zuletzt geändert durch Artikel 7 des Gesetzes vom 15. 4. 2015 (BGBl. I S. 583, 594),


o)
des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vom 21. 7. 2014 (BGBl. I S. 1066), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 29. 6. 2015 (BGBl. I S. 1010),


p)
des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes vom 19. 3. 2002 (BGBl. I S. 1092), zuletzt geändert durch Artikel 13 des Gesetzes vom 21. 7. 2014 (BGBl. I S. 1066, 1127),


q)
der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSch NutztV) in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. 8. 2006 (BGBl. I S. 2043), zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 5. 2. 2014 (BGBl. I S. 94),


r)
der Vergabeordnung für Leistungen (VOL) vom 20. 11. 2009 (BAnz. Nr. 196a vom 29. 12. 2009),


s)
Richtlinien für die Übernahme von Bürgschaften im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (RdErl. des ML vom 11. 7. 1991, MBl. LSA S. 466, geändert durch RdErl. vom 11. 1. 1994, MBl. LSA S. 332),


in den jeweils geltenden Fassungen und dieser Richtlinie gewährt.



Die Zuwendungen werden aus Landes- und Bundesmitteln sowie unter finanzieller Beteiligung der Europäischen Union (EU) gewährt.





1.2


1.2.1 Unter der Verarbeitung eines landwirtschaftlichen Erzeugnisses ist die Einwirkung auf ein Erzeugnis zu verstehen, das im Anhang I des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Kommission (AEUV) genannt ist, und bei dem auch das daraus entstehende Erzeugnis ein Anhang I Erzeugnis ist.



1.2.2 Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen entsprechen der Definition gemäß Anhang I Artikel 2 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014.



1.2.3 Kooperationen im Rahmen der Agrarförderung sind Zusammenschlüsse



a)
im Sinne von Artikel 17 Abs. 3 Satz 2 der Verordnung (EU) 1305/2013 von mindestens zwei landwirtschaftlichen Betrieben (Kollektive Investitionen),


b)
im Sinne von Artikel 35 der Verordnung (EU) 1305/2013 von Landwirten oder Unternehmen der Verarbeitung und Vermarktung, die mit weiteren Landwirten und Einrichtungen zusammenarbeiten; die Organisationen und Einrichtungen der Land- und Ernährungswirtschaft müssen überwiegend von den Mitgliedern aus land- und ernährungswirtschaftlichen Unternehmen getragen werden und auf vertraglicher Grundlage zusammenarbeiten.


1.2.4 Operationelle Gruppen gemäß Artikel 56 Abs. 1 der Verordnung (EU) 1305/2013 sind obligatorischer Teil der Europäischen Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftiche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP Agri). Sie werden von Landwirten oder Unternehmen der Verarbeitung und Vermarktung in Verbindung mit anderen Interessengruppen, wie z. B. Forschern und Beratern, gegründet mit dem Ziel, innovative Erzeugnisse, Verfahren, Prozesse und Technologien zu entwickeln, durchzuführen und zu begleiten.





1.3


Zur Unterstützung einer wettbewerbsfähigen, nachhaltigen, besonders umweltschonenden, besonders tiergerechten und multifunktionalen Landwirtschaft können investive Maßnahmen in landwirtschaftlichen Unternehmen gefördert werden.



Gefördert werden Maßnahmen zur



a)
Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen,


b)
Rationalisierung und Senkung der Produktionskosten,


c)
Erhöhung der betrieblichen Wertschöpfung


unter besonderer Berücksichtigung der Verbesserung des Verbraucher-, Tier-, Umwelt- und Klimaschutzes.



Ein Anspruch auf Gewährung der Zuwendung besteht nicht, vielmehr entscheidet die Bewilligungsbehörde aufgrund ihres pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.





2.




2.1


Förderfähig sind Investitionen in langlebige Wirtschaftsgüter, die



a)
die Voraussetzungen des Artikels 17 Abs. 1 Buchst. a der Verordnung (EU) 1305/2013 sowie für die Primärproduktion die Anforderungen des Artikel 14 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 und für die Verarbeitung und Vermarktung die Anforderungen des Artikel 17 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 erfüllen,


b)
der Erzeugung, Verarbeitung oder Direktvermarktung von Erzeugnissen dienen, die im Anhang I AEUV genannt sind und


c)
durch Schaffung der baulichen und technischen Voraussetzungen einem oder mehreren der unter Nummer 1.3 genannten Ziele dienen.


Investitionen in Bewässerungsausrüstungen sind förderfähig, wenn eine Wassereinsparung von mindestens 25 v. H. erreicht wird. Bei der Erstanschaffung kann nur Wasser sparende Technik gefördert werden. Die Genehmigung zur Wasserentnahme ist vorzulegen.



Erschließungsmaßnahmen sind nur förderfähig, wenn und soweit die Erschließung einer Verlegung des Betriebes oder wesentlicher Betriebsteile in den Außenbereich dient und die Betriebsverlegung in erheblichem öffentlichen Interesse liegt.



Darüber hinaus sind besondere Anforderungen in mindestens einem der Bereiche Verbraucher-, Umwelt- oder Klimaschutz entsprechend der Anlage 3 grundsätzlich auf Ebene des landwirtschaftlichen Unternehmens oder des Vorhabens zu erfüllen und mit der Antragstellung nachzuweisen.



Zusätzlich sind bei Stallbauinvestitionen die baulichen Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung gemäß Anlage 1 zu erfüllen.





2.2


Förderfähig sind Ausgaben für Investitionen nach Nummer 1.3, soweit sie für die zu fördernden Vorhaben notwendig sind:



a)
Errichtung, Erwerb oder Modernisierung von unbeweglichem Vermögen,


b)
Kauf von neuen Maschinen und Anlagen der Innenwirtschaft, einschließlich der für den Produktionsprozess notwendigen Computersoftware, bis zum marktüblichen Wert des Wirtschaftsgutes,


c)
Kauf von neuen Maschinen und Geräten der Außenwirtschaft (Anlage 5), die zu einer deutlichen Minderung von Emissionen bei der Ausbringung von Wirtschaftsdüngern oder zu einer deutlichen Minderung von Umweltbelastungen bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln oder zu einer deutlichen Minderung von Umweltbelastungen durch gezielte Unkrautbekämpfung mittels neuartiger mechanischer Verfahren führen (Teilmaßnahme befristet bis 31.12.2019),


d)
allgemeine Aufwendungen, etwa für Architektur- und Ingenieurleistungen, Baugenehmigungen, Beratung einschließlich der Erarbeitung des Investitionskonzeptes, Betreuung von baulichen Investitionen, Durchführbarkeitsstudien, den Erwerb von Patentrechten und Lizenzen, bis zu einem Höchstsatz von insgesamt 12 v. H. der in den Buchstaben a bis c genannten förderfähigen Ausgaben,


e)
Gebühren für die Betreuung von Investitionsvorhaben bei einem förderfähigen baulichen Investitionsvolumen von mehr als 100 000 Euro, wenn der Baubetreuer aufgrund seiner Sachkunde vom Ministerium anerkannt worden ist.


Berechnungsgrundlage der Betreuungsgebühren ist das förderfähige bauliche Investitionsvolumen einschließlich technischer Einrichtungen und förderfähiger Erschließungskosten, jedoch ohne Baunebenkosten.



Soweit ein Betreuer eingeschaltet wird, für den eine Förderung beantragt wird, hat er bei der Durchführung des Vorhabens die in einem gesonderten Katalog des Ministeriums2 geregelten Aufgaben wahrzunehmen.





2.3


2.3.1


Investitionen in Bereiche mit betrieblichen Referenzmengen sind gemäß Rahmenregelung der Europäischen Union für staatliche Beihilfen im Agrar- und Forstsektor und in ländlichen Gebieten 2014-2020 nur im Rahmen dieser Referenzmengen förderbar.



Der Nachweis der betrieblichen Referenzmenge ist vor der ersten Auszahlung zu erbringen.



2.3.2


Investitionsvorhaben in der Tierhaltung sind bis zu einem Tierbestand von höchstens 2,0 GVE (Großvieheinheiten) je Hektar selbstbewirtschafteter Fläche förderfähig (Siehe Anlage 4). Investitionsvorhaben, die ein Investitionsvolumen von 4,5 Millionen Euro überschreiten, sind von der Förderung ausgeschlossen. Die Grundlage zur Bestimmung des Investitionsvolumens ist die standortbezogene Genehmigung nach Immissionsschutzrecht.



2.3.3


Von der Förderung sind ausgeschlossen:



a)
der Landankauf,


b)
der Erwerb von Produktionsrechten und Gesellschaftsanteilen, Tieren, Pflanzrechten oder Pflanzen, es sei denn, sie dienen der Anlage von Dauerkulturen,


c)
Ersatzinvestitionen,


d)
Maschinen und Geräte für die Außenwirtschaft, mit Ausnahme der in Nummer 2.2 Abs. 1 Buchst. c genannten Maschinen und Geräte,


e)
laufende Betriebsausgaben, Ablösung von Verbindlichkeiten, Erbabfindungen, Kreditbeschaffungskosten und Gebühren für eine Beratung in Rechtssachen,


f)
Umsatzsteuer und unbare Eigenleistungen,


g)
Investitionen in Wohnungen und Verwaltungsgebäude,


h)
Maßnahmen, die über die Marktordnung gefördert werden und Gegenstand von operationellen Programmen sind,


i)
Maschinen- und Erntelagerhallen mit Ausnahme klimatisierter Lagerräume für Obst-, Gemüse- und sonstige Sonderkulturen, wenn mit dem Investitionskonzept geeignete Ressourceneinsparungen nachgewiesen werden,


j)
Energiegewinnungsanlagen sowie damit zusammenhängende bauliche Anlagen und technische Einrichtungen, die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz oder das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz begünstigt werden können,


k)
Investitionen in die Herstellung von Erzeugnissen zur Imitation oder Substitution von Milch oder Milcherzeugnissen,


l)
Biogasanlagen.




3.


Gefördert werden



a)
Kleinstunternehmen oder kleine Unternehmen,


b)
mittlere Unternehmen mit einem Jahresumsatz von höchstens 10 Millionen Euro.


Darüber hinaus muss



a)
die Geschäftstätigkeit zu wesentlichen Teilen (mehr als 25 v. H. der Umsatzerlöse) darin bestehen, durch Bodenbewirtschaftung oder durch mit Bodenbewirtschaftung verbundene Tierhaltung pflanzliche oder tierische Erzeugnisse zu gewinnen und die in § 1 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit Absatz 5 des Gesetzes über die Alterssicherung der Landwirte, genannte Mindestgröße erreicht oder überschritten werden; als Tierhaltung in diesem Sinne gelten auch die Imkerei sowie die Wanderschäferei oder


b)
ein landwirtschaftlicher Betrieb bewirtschaftet und unmittelbar kirchliche, gemeinnützige oder mildtätige Zwecke verfolgt werden.


Soweit es sich um einen Zuwendungsempfänger ohne eigene Rechtspersönlichkeit handelt, ist festzulegen, welche natürliche Person verbindlich für die sachgerechte Verwendung der öffentlichen Mittel haftet.



Nicht gefördert werden



a)
Unternehmen, bei denen die Kapitalbeteiligung der öffentlichen Hand mehr als 25 v. H. des Eigenkapitals des Unternehmens beträgt,


b)
Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne von Artikel 2 Nr. 14 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014,


c)
Unternehmen, die einer Rückforderungsanordnung aufgrund eines früheren Beschlusses der Europäischen Kommission zur Feststellung der Unzulässigkeit einer Beihilfe und ihrer Unvereinbarkeit mit dem Binnenmarkt nicht Folge geleistet haben oder


d)
börsennotierte Aktiengesellschaften.




4.




4.1


Der Investitionsort und der Betriebssitz müssen in Sachsen-Anhalt liegen.





4.2


Der Zuwendungsempfänger hat die beruflichen Fähigkeiten für eine ordnungsgemäße Führung des Betriebes nachzuweisen. Bei juristischen Personen und Personengesellschaften muss mindestens ein Mitglied der Unternehmensleitung diese Voraussetzung erfüllen.



Die berufliche Fähigkeit gilt grundsätzlich als nachgewiesen, wenn der Zuwendungsempfänger zum Zeitpunkt der Bewilligung einen Abschluss in einem Agrarberuf (anerkannter Ausbildungsberuf im Sinne des Berufsbildungsgesetzes) und mindestens eine einjährige landwirtschaftliche Fachschule erfolgreich abgeschlossen hat (Wirtschafter) oder wenn die erfolgreiche Bewirtschaftung eines landwirtschaftlichen Betriebes in den vergangenen fünf Jahren durch den Zuwendungsempfänger oder durch die natürliche Person, der die Unternehmensleitung obliegt, in geeigneter Form nachgewiesen wird. Hierzu sind die Buchabschlüsse für den bisher geführten Betrieb einzureichen (möglichst für drei abgelaufene Wirtschaftsjahre).





4.3


Der Zuwendungsempfänger hat



a)
grundsätzlich eine Vorwegbuchführung für mindestens zwei Jahre vorzulegen, aus der sich der Erfolg der bisherigen Bewirtschaftung des Unternehmens nachweisen lassen soll,


b)
eine Buchführung für mindestens fünf Jahre vom Zeitpunkt der Bewilligung an fortzuführen, die dem BMEL-Jahresabschluss3 entspricht und,


c)
einen Nachweis in Form eines Investitionskonzeptes zu erbringen, das eine Abschätzung über die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens auf Grund der durchzuführenden Maßnahme erbringen soll.


Im Falle von Kooperationen ist der Kooperationsvertrag und bei Kooperationen gemäß Artikel 35 der Verordnung (EU) 1305/2013 sind zusätzlich der Geschäfts- oder Aktionsplan sowie sonstige Unterlagen, die die Konzeption und die Ziele der Kooperation aufzeigen, vorzulegen.



Bezüglich Absatz 1 Buchst. b ist der geförderte Betriebsinhaber verpflichtet, für die Dauer von fünf Jahren jährlich, und zwar innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss des jeweiligen Wirtschaftsjahres, den vollständigen novellierten BMEL-Jahresabschluss der Bewilligungsbehörde vorzulegen. Der Jahresabschluss ist zusätzlich als Datei im CSV (Comma Separated Values)-Format auf geeigneten Datenträgern einzureichen.



Der Betriebsinhaber erklärt mit der Vorlage des Jahresabschlussberichtes sein Einverständnis, dass die Buchführungsdaten seines Betriebes anonym für eine betriebswirtschaftliche Auswertung verwendet werden können. Alle mit der Auswertung befassten Stellen sind ihrerseits zur Geheimhaltung der individuellen Daten verpflichtet. Der Jahresabschluss muss von dem Leiter der Buchstelle oder Bücher führenden Stelle unterzeichnet sein, soweit eine Buchstelle in Anspruch genommen wird. Bei prüfungspflichtigen Unternehmen ist ein geprüfter Abschluss vorzulegen. Anstelle des BMEL-Jahresabschlusses kann in Ausnahmefällen zur Vermeidung von Härten von der Bewilligungsbehörde auch die Vorlage eines steuerlichen Jahresabschlusses akzeptiert werden. In diesem Falle kann jedoch die Vorlage zusätzlicher Unterlagen verlangt werden.



Gartenbaubetriebe können anstelle des BMEL-Jahresabschlusses den Beratungsbrief des Zentrums für Betriebswirtschaft im Gartenbau e.V. am Institut für Biologische Produktionssysteme der Universität Hannover4 abgeben.





4.4


Die Summe der positiven Einkünfte (Prosperitätsgrenzen) des Zuwendungsempfängers und seines Ehegatten darf im Durchschnitt der letzten drei vorliegenden Steuerbescheide 170 000 Euro je Jahr bei Ledigen und 220 000 Euro je Jahr bei Verheirateten zum Zeitpunkt der Bewilligung nicht überschritten haben. In begründeten Einzelfällen genügt es, zur Feststellung der Summe der positiven Einkünfte nur den letzten vorliegenden Steuerbescheid heranzuziehen.



Bei juristischen Personen und Personengesellschaften gelten diese Voraussetzungen für alle Gesellschafter, Genossenschaftsmitglieder und Aktionäre (jeweils einschließlich ihrer Ehegatten), sofern diese über einen Kapitalanteil von mehr als 10 v. H. verfügen.



Falls die Summe der positiven Einkünfte eines der in Absatz 2 genannten Kapitaleigner (einschließlich seines Ehegatten) im Durchschnitt der drei letzten vorliegenden Steuerbescheide 170 000 Euro je Jahr bei Ledigen und 220 000 Euro bei Verheirateten übersteigt, wird das förderfähige Investitionsvolumen des Zuwendungsempfängers um den Anteil vom Hundert gekürzt, der dem Kapitalanteil dieses Gesellschafters, Genossenschaftsmitglieds oder Aktionärs entspricht.





4.5


Bei Unternehmen, die während eines Zeitraumes von höchstens zwei Jahren vor Antragstellung gegründet wurden und die auf eine erstmalige selbstständige Existenzgründung zurückgehen, gelten die Zuwendungsvoraussetzungen der Nummern 4.2 bis 4.4 mit der Maßgabe, dass



a)
ein angemessener Eigenkapitalanteil am Unternehmen und am zu fördernden Vorhaben sowie


b)
die Wirtschaftlichkeit der durchzuführenden Maßnahmen durch eine differenzierte Planungsrechnung


nachgewiesen wird.



Diese Bestimmungen gelten nicht für Unternehmen, die infolge einer Betriebsteilung oder im Rahmen der Hofnachfolge neu gegründet werden.





4.6


Junglandwirte (zum Zeitpunkt der Antragstellung jünger als 40 Jahre), die nach Nummer 5.4.1.2 gefördert werden, müssen zusätzlich zur Erfüllung der Nummern 4.2 bis 4.4 und gegebenenfalls 4.5 nachweisen, dass die geförderte Investition während eines Zeitraumes von fünf Jahren nach der erstmaligen Niederlassung als Allein- oder Mitunternehmer in einem landwirtschaftlichen Betrieb getätigt wird. Juristische Personen sind nicht zuwendungsfähig. Dies gilt auch, wenn die Juristische Person als haftender Gesellschafter auftritt. Bei Personenvereinigungen richtet sich die Höhe der Zuwendung nach dem haftenden Gesellschaftsanteil.





5.




5.1


Die Zuwendung wird als Projektförderung ausgereicht.





5.2


Es erfolgt Anteilsfinanzierung.



Der Gesamtwert der gewährten Beihilfen nach Nummer 5.4 darf, ausgedrückt als Prozentsatz der Bemessungsgrundlage, den Wert von 40 v. H. gemäß Artikel 17 Abs. 3 in Verbindung mit Anhang II der Verordnung (EU) 1305/2013 nicht übersteigen. Dies gilt nicht für die Nummern 5.4.1.4 und 5.4.1.5. Ausgedrückt als absolute Zahl dürfen Beihilfen, die als staatliche Beihilfen gewährt werden, in keinem Zeitraum von drei Kalenderjahren den Betrag von 400 000 Euro übersteigen.





5.3


Die Zuwendungen können als Zuwendungen und als Bürgschaften5 gemäß Anlage 2 gewährt werden. Das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen beträgt 20 000 Euro.



Die Förderung wird begrenzt auf ein förderfähiges Investitionsvolumen von 2,0 Millionen Euro. Diese Obergrenze kann in den Jahren von 2014 bis 2020 höchstens einmal je Unternehmen ausgeschöpft werden.





5.4


5.4.1


5.4.1.1


a)
Für Stallbauinvestitionen, die die baulichen Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung gemäß Anlage 1 – Teil B (Premiumförderung) – erfüllen, kann ein Zuschuss in Höhe von 40 v. H. der Bemessungsgrundlage gewährt werden.


b)
Für sonstige Investitionen nach Nummer 2.1 kann ein Zuschuss in Höhe von 20 v. H. der Bemessungsgrundlage gewährt werden.


5.4.1.2


Bei Junglandwirten nach Nummer 4.6 kann zusätzlich ein Zuschuss von bis zu 10 v. H. der Bemessungsgrundlage, maximal 20 000 Euro, gewährt werden. Die beihilferechtliche Obergrenze von maximal 40 v. H. ist einzuhalten.


5.4.1.3


Betreuergebühren werden bis zu einer Höhe von


a)
2,5 v. H. des förderfähigen Investitionsvolumens bis zu 500 000 Euro und


b)
bis zu 1,5 v. H. des 500 000 Euro überschreitenden förderfähigen Investitionsvolumens


als förderfähig anerkannt.


Der Sockelbetrag der förderfähigen Betreuergebühren beträgt 6 000 Euro, der Höchstbetrag 17 500 Euro.


Der Fördersatz beträgt maximal 60 v. H. der förderfähigen Betreuergebühren.


Eine weitere Förderung der Betreuung, mit Zuwendungen nach den Nummern 5.4.1.1 und 5.4.1.2, ist ausgeschlossen.


Die hier genannten Gebühren sind Festkosten, sie müssen entsprechend Nummer 7.7.2 nachgewiesen werden.


5.4.1.4


Investitionen nach Nummer 2, die im Rahmen einer Kooperation durchgeführt werden, können einen Aufschlag von bis zu 10 v. H. auf die unter Nummer 5.4.1.1 genannten Zuschusssätze, erhalten.


5.4.1.5


Investitionen nach Nummer 2, die im Rahmen des EIP Agri durchgeführt werden, können einen Aufschlag von bis zu 20 v. H. auf die unter Nummer 5.4.1.1 genannten Zuschusssätze erhalten.


5.4.2


Für Kapitalmarktdarlehen, die zur Sicherstellung der Gesamtfinanzierung der förderfähigen Investitionen erforderlich sind, können gemäß Anlage 2 anteilige modifizierte Ausfallbürgschaften durch das Land Sachsen-Anhalt übernommen werden.





6.




6.1


Die Förderung von Investitionen erfolgt unter dem Vorbehalt des Widerrufs für den Fall, dass die geförderten



a)
Bauten und baulichen Anlagen innerhalb eines Zeitraumes von zwölf Jahren ab Fertigstellung,


b)
Maschinen, technischen Einrichtungen und Geräte innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren ab Lieferung


veräußert oder nicht mehr dem Zuwendungszweck entsprechend verwendet werden.





6.2


Der Wechsel des Eigentümers eines Unternehmens, Gesellschafterwechsel oder der Hinzutritt neuer Gesellschafter innerhalb des Zweckbindungszeitraumes sind der Bewilligungsbehörde anzuzeigen.



Die Förderung von Investitionen erfolgt unter dem Vorbehalt des Widerrufs für den Fall, dass infolge des Wechsels der Eigentümer oder Gesellschafter nicht mehr sämtliche Bedingungen oder Zuwendungsvoraussetzungen der Richtlinie, die zum Zeitpunkt der Bewilligung galten, erfüllt werden.





6.3


Vorhaben, die aus Mitteln anderer öffentlicher Förderungsprogramme gefördert werden, dürfen nicht gleichzeitig nach diesen Grundsätzen gefördert werden.



Eine Kumulation mit Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank oder der Förderbanken der Länder ist möglich.



Die beihilferechtlichen Höchstgrenzen dürfen bei einer Kumulation nicht überschritten werden.





6.4


Der Zuwendungsempfänger hat die Informations- und Kommunikationsmaßnahmen gemäß Anhang III Teil 1 Nr. 2 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 808/2014 durchzuführen. Hierzu sind Form und Inhalt der Information von der Bewilligungsbehörde dem Zuwendungsempfänger gemäß dem „Leitfaden für Empfängerinnen und Empfänger von Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) sowie aus der Gemeinschaftsaufgabe des Bundes „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK)6 vorzugeben.





6.5


Der Nachweis für die Verfolgung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke erfolgt durch den letzten vorliegenden Bescheid des zuständigen Finanzamtes über die Körperschaftssteuer.





6.6


Der Zuwendungsempfänger ist verpflichtet, eine Überprüfung der beantragten Maßnahmen durch die zuständigen Behörden des Landes, des Bundes sowie der EU und der jeweiligen Rechnungshöfe zuzulassen und deren Beauftragten auf Verlangen Einblick in die förderrelevanten Unterlagen zu gewähren sowie ein Betretungsrecht der Projektflächen einzuräumen.





6.7


Bei Abrechnung nicht förderfähiger Ausgaben im Zahlungsantrag gelten die Sanktionsbestimmungen der EU.





7.




7.1


Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zuwendung sowie für den Nachweis und die Prüfung der Verwendung und die gegebenenfalls erforderliche Aufhebung des Zuwendungsbescheides und die Rückforderung der gewährten Zuwendung gelten die VV zu § 44 LHO, soweit nicht in diesen Förderrichtlinien Abweichungen zugelassen werden.





7.2


Abweichend von Nummer 3.2 der Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung – ANBest-P – (Anlage 2 zur VV Nr. 5.1 zu § 44 LHO) hat der Zuwendungsempfänger bei Aufträgen über 100 000 Euro je Los ohne Umsatzsteuer Aufträge unter Einholung von 3 Angeboten nur an fachkundige und leistungsfähige Anbieter nach wettbewerblichen Gesichtspunkten zu wirtschaftlichen Bedingungen zu vergeben. Für Fälle nach Satz 1 sind die Vorschriften der Nummer 3.1 ANBest-P anzuwenden.



Bei Leistungen bis zu einem voraussichtlichen Auftragswert von 500 Euro ohne Umsatzsteuer wird in Anlehnung an § 3 Abs. 6 VOL/A der Direktkauf zugelassen. Die Haushaltsgrundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit sind zu beachten (Vorlage Marktrecherche/Preisvergleich von mindestens drei Anbietern).



Bei Betreuungsleistungen entfällt die Pflicht der Einholung von drei Angeboten. Hier ist es ausreichend, einen Betreuer von der vom Land Sachsen-Anhalt veröffentlichten Liste der anerkannten Betreuer7 auszuwählen.





7.3


Zuwendungen werden nur auf schriftlichen Antrag unter Verwendung der vorgesehenen Vordrucke, die über die Internetseite des Ministeriums8 und bei den Bewilligungsbehörden gemäß Nummer 7.4 Abs. 1 Buchst. a erhältlich sind, gewährt.



Die Anträge auf Gewährung von Zuwendungen sind mit den im Antragsvordruck vorgegebenen Unterlagen vollständig bei der für den Betriebssitz des Antragstellers zuständigen Bewilligungsbehörde gemäß Nummer 7.4 Abs. 1 Buchst. a zu stellen.



Der Antrag zur Übernahme einer Ausfallbürgschaft ist beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten erhältlich. Der gemeinsam von der Bank und dem Darlehensnehmer unterschriebene Antrag zur Übernahme einer Ausfallbürgschaft wird über das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten mit einer Kopie des Zuwendungsbescheides an die Bewilligungsbehörde gemäß Nummer 7.4 Abs. 1 Buchst. b weitergeleitet.



Das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten gibt gegenüber der Bewilligungsbehörde gemäß Nummer 7.4 Abs. 1 Buchst. b eine Stellungnahme in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit des Vorhabens ab. Die Bewilligungsbehörde übernimmt das weitere Verfahren.





7.4


Bewilligungsbehörde ist für



a)
Zuwendungen im Rahmen der Förderung nach Nummer 5.4.1 das örtlich zuständige Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten,


b)
die Übernahme einer Ausfallbürgschaft gemäß Nummer 5.4.2 die Investitionsbank Sachsen-Anhalt.


Ist die Zuwendung größer oder gleich 50 000 Euro, wird vor der Entscheidung über den Antrag der Gutachterausschuss für landwirtschaftliche Fördermaßnahmen angehört.



Die Förderungsbeträge sollen für die Haushaltsjahre bewilligt werden, in denen die Investitionen oder Teilinvestitionen abgeschlossen und die Förderungsbeträge abgerufen und ausgezahlt werden können.





7.5


Der Gutachterausschuss wird vom Ministerium berufen. Dem Gutachterausschuss gehören an, je ein Vertreter:



a)
des Ministeriums als Vorsitzender,


b)
des Landesverwaltungsamtes,


c)
des zuständigen Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten,


d)
des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V.,


e)
des Bauernbundes Sachsen-Anhalt e.V.,


f)
des Landesverbandes Gartenbau Sachsen-Anhalt e.V.,


g)
der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e. V.,


h)
gegebenenfalls des betroffenen Öko-Verbandes, des Weinbauverbandes Saale-Unstrut e.V., oder des Verbandes der Landwirte im Nebenberuf Sachsen-Anhalt e.V.


Der Antragsteller und sein Betreuer oder Berater können bei der Anhörung des Gutachterausschusses hinzugezogen werden.



Der Gutachterausschuss gibt zu den vorgestellten Projekten eine Empfehlung ab.





7.6


Bei der Auswahl der Vorhaben hat die Bewilligungsbehörde zu unterscheiden zwischen Vorhaben außerhalb und innerhalb CLLD9/LEADER10:



a)
Bewilligungen außerhalb CLLD/LEADER


Die Bewilligungsbehörde bewertet die Vorhaben an Hand der von der Verwaltungsbehörde ELER nach Anhörung des Begleitausschusses festgelegten Auswahlkriterien11 mittels eines Punktesystems. Die Anträge einer Auswahlrunde werden gemäß der Gesamtpunktzahl in eine Rangfolge gebracht. Die Summe aller Punkte je Vorhaben entscheidet über die Rangfolge. Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel können die Anträge bewilligt werden, die den zuvor festgelegten Schwellenwert (Mindestpunktwert) erreichen. Anträge, die den Schwellenwert nicht erreichen, sind abzulehnen.


b)
Bewilligungen innerhalb CLLD/LEADER (LEADER-Mainstream)


Die von der Bewilligungsbehörde zu beachtende Reihenfolge der Bewilligungen aller CLLD/LEADER Vorhaben bestimmt sich nach den von den LAG (Lokale Aktionsgruppen LEADER) jährlich erstellten und vom Landesverwaltungsamt bestätigten Prioritätenlisten. Das Landesverwaltungsamt wird den Bewilligungsbehörden diese Prioritätenlisten übermitteln. Die Vorhaben müssen aus dem der LAG zugewiesenen Planungsbudget (Finanzieller Orientierungsrahmen) finanziert werden.




7.7


7.7.1


Auszahlungsanträge und Verwendungsnachweise sind bei der Bewilligungsbehörde einzureichen.



Nach Prüfung des Auszahlungsantrages und des Verwendungsnachweises ermittelt die Bewilligungsbehörde die zuwendungsfähigen Ausgaben, veranlasst die Auszahlung und teilt dem Zuwendungsempfänger mit Auszahlungsmitteilung oder Änderungsbescheid die Höhe der Auszahlung mit. Die eingereichten Originalbelege werden zurückgegeben.



Abgeschlossene Prüfungsverfahren für Zahlungsanträge zur Schlusszahlung gemäß der ELER-Verwaltungskontrolle sind grundsätzlich als Verwendungsnachweisprüfung anerkannt.



7.7.2


Zuwendungsfähig sind die im Original durch Rechnung und Zahlungsbelege nachgewiesenen förderfähigen Ausgaben, abzüglich Rabatte und Skonti. Ausgaben, die bar bezahlt werden, können nicht als zuwendungsfähige Ausgaben anerkannt werden.





8.


Personen- und Funktionsbezeichnungen in diesem RdErl. gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form.





9.


Dieser RdErl. tritt mit Wirkung vom 1. 1. 2016 in Kraft.



An

die Ämter für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten,

das Landesverwaltungsamt,

die Investitionsbank Sachsen-Anhalt


Anlagen (nichtamtliches Verzeichnis)

Anlage 1: Bauliche Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung

Anlage 2: Übernahme von Bürgschaften

Anlage 3: Besondere Anforderungen in den Bereichen Verbraucher-, Umwelt und Klimaschutz

Anlage 4: Umrechnungsschlüssel für Großvieheinheiten

Anlage 5: Förderung von Maschinen und Geräten der Außenwirtschaft

 


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http://www.landesrecht.sachsen-anhalt.de/jportal/?quelle=jlink&query=VVST-780000-MLU-20150722-SF&psml=bssahprod.psml&max=true